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Rhinland. Fontane
Rhinland. Fontane
© Krokodil Distribution

Kritik: Rhinland. Fontane (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach "Oderland. Fontane" (2016) legt Filmemacher Bernhard Sallmann mit "Rhinland. Fontane" den zweiten seines vier Teile umfassenden Zyklus vor. Darin folgt er den Reisebeschreibungen, die der Schriftsteller Theodor Fontane in seinen zwischen 1862 und 1889 veröffentlichten "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" gemacht hat. Sallmanns zweiter Teil stellt Fontanes ersten Band "Die Grafschaft Ruppin" in den Mittelpunkt.

Den von Judica Albrechts sonorer Stimme aus dem Off vorgetragenen Texten stellt Sallmann statische, nicht selten minutenlang gehaltene Aufnahmen entgegen. Fontanes Ausführungen entsprechend sind Wiesen, Felder, Wälder und Gewässer darunter. Weite Landschaften und einsame Bauernhöfe wechseln mit prunkvollen Landsitzen, Kirchen, Häuserzeilen, Plätzen und Denkmälern. Nur selten verirrt sich ein Mensch in die Einstellungen, die das Zwitschern der Vögel, das Rauschen des Windes und das Dröhnen weit entfernter Autos durchdringt.

Dieses schlichte Konzept hat zweifelsohne seinen Reiz, geht aber nicht vollends auf. Das ruhige Erzähltempo regt zum Nachdenken an, etwa über den Gegensatz zwischen dem Gehörten und dem Gezeigten. Beim Zusehen stellt man sich aber auch schnell die Frage, warum Sallmann lediglich Landschaften und Gebäude abbildet, selbst wenn Fontane Tätigkeiten beschreibt. Hier wäre eine Gegenüberstellung, etwa der längst vergangenen Arbeitswelt der Torfstecher und unserer heutigen interessant gewesen.

Was "Rhinland. Fontane" am dringendsten fehlt, sind eigene Gedanken. Mit seiner schlichten Form macht es sich der Regisseur auch ein wenig einfach. Letztlich wirkt der Film wie eine Fleißaufgabe, die von Fontane beschriebenen Orte aufzunehmen und in der Montage an die richtige Stelle zu setzen. Zudem bleibt unklar, warum einige davon wie das Schloss Meseberg oder das Anwesen Gentzrode gezeigt werden, andere wie das Kloster Lindow hingegen fehlen. Visuell bietet der Film kaum Abwechslung und wirkt schnell repetitiv.

Fazit: Bernhard Sallmanns "Rhinland. Fontane", der zweite eines auf vier Teile angelegten Zyklus, möchte kluger Filmessay sein, kann seine (zu) simple Form aber nie ganz verbergen. Trotz seiner kurzen Laufzeit wiederholt sich der Film allzu schnell und ist eine visuell eintönige Erfahrung.




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