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Ein Dorf zieht blank (2018)

Normandie Nue

Französische Komödie über eine Dorfgemeinschaft in der Normandie in Zeiten wirtschaftlicher Not.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

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Im Dorf Mêle-sur-Sarthe in der Normandie herrscht Aufruhr. Die Bauern blockieren aus Wut und Verzweiflung über den Verfall der Fleisch- und Milchpreise die Nationalstraße, aber das Fernsehen berichtet nur knapp. Der Bürgermeister Georges Balbuzard (François Cluzet), der selbst Kühe hält, sucht händeringend nach Ideen, damit die französische Öffentlichkeit endlich die Not der Bauern wahrnimmt. Da kommt der amerikanische Starfotograf (Toby Jones), der eine Dorfwiese für sein neues Kunstwerk auserwählt, wie gerufen.

Die Dorfbewohner sollen sich, so der völlig unpolitische Wunsch des Fotografen, für eine Aufnahme nackt auf diese Wiese stellen. Balbuzard findet, solch ein Bild wäre ein gutes Symbol dafür, wie es um die zum Teil hoch verschuldeten Bauern steht. Er rechnet mit hoher medialer Aufmerksamkeit. Aber die Dorfbewohner halten mehrheitlich gar nichts davon, sich zu entblößen. Balbuzard versucht jeden einzelnen zu überzeugen. Doch dann eskaliert auch noch ein Streit um das Grundstück sowie die Eifersucht des Metzgers (Grégory Gadebois), der die Blicke anderer Männer auf seine schöne Frau nicht dulden will.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die Krise der Landwirtschaft treibt immer mehr Bauern in Europa in den Ruin. Allein in Frankreich nehmen sich jedes Jahre Hunderte verschuldeter Landwirte, die nicht mehr ein noch aus wissen, das Leben. Die Bewohner des Dorfs in der Normandie, in dem dieser Spielfilm angesiedelt ist, fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Aber auch untereinander ist die Solidarität nicht so groß, wie sie sich der engagierte Bürgermeister wünscht. Ein künstlerisches Foto-Happening mit nacktem Menschen im Grünen könnte dem Dorf die gewünschte mediale Aufmerksamkeit bringen. Doch Nacktheit ist für die Bewohner nicht progressiv, sondern schlicht beschämend. Aus den Konflikten, die sich im Dorf entzünden, während der amerikanische Künstler wartet, strickt Regisseur Philippe Le Guay eine muntere Ensemblekomödie, die den Ernst der wirtschaftlichen Lage nicht verleugnet.

Die Geschichte mäandert im Dorf von einem Schauplatz zum nächsten, sodass ein sehr vielfältiges und lebendiges Panorama dieser Gemeinschaft entsteht. Da gibt es die aus Paris zugewanderte Familie, deren unzufriedene Tochter auch den Voice-Over-Kommentar beisteuert. Da gibt es den Bauern Eugène (Philippe Rebbot), der es nicht verwinden kann, dass die Wiese, die einst im Familienbesitz war, nun einem anderen gehört. Oder den jungen Vincent (Arthur Dupont), der das Fotostudio seines Vaters verkaufen und wegziehen will, aber nicht mit der Liebe gerechnet hat. Der exzentrische Fotokünstler aus Amerika fällt im Dorf auf wie ein bunter Hund. Nicht alle der vielen Details und Nebenhandlungen, die aufgeblättert werden, sind für die Geschichte wichtig. Dennoch sorgt die bunte Fülle für eine vergnügliche und authentische Atmosphäre. Zu dieser trägt natürlich auch bei, dass die echten Dorfbewohner im Film ebenfalls mitspielen.

Anders als es der Filmtitel befürchten lässt, ist die Komödie überhaupt nicht frivol, sondern blickt einfach mit viel Sympathie und Charme auf das heutige Landleben. François Cluzet ("Ziemlich beste Freunde") bestimmt den gutgelaunten Tonfall des Films maßgeblich mit seiner hervorragenden Darstellung des Bürgermeisters, von dessen Engagement und diplomatischem Geschick so viel abhängt. Aber auch die Nebenrollen überzeugen, weil sie liebevoll und dabei sehr glaubhaft gezeichnet sind. Die Wohlfühlkomödie rückt die Herzlichkeit der Landbewohner ins Zentrum und weckt Verständnis für ihre Probleme.

Fazit: Mit François Cluzet als engagiertem Bürgermeister eines Dorfs in der Normandie bietet diese Komödie charmante und kurzweilige Unterhaltung. Vor dem ernsten Hintergrund der anhaltenden landwirtschaftlichen Krise entfaltet sie ein munteres Panorama dörflichen Lebens, in das ein amerikanischer Künstler mit der Idee eines kollektiven Nacktfotos hereinschneit. Es könnte sich für eine medienwirksame Protestbotschaft eignen, ginge es den Bauern nicht entschieden gegen den Strich. Die liebevoll gezeichneten und glaubwürdigen Charaktere verleihen der spaßigen Geschichte Herz.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollEIN DORF ZIEHT BLANK von Philippe le Guay ist eine Gesellschaftskomödie in der Tradition erfolgreicher französischer Filme wie MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER: Auf unterhaltsame und amüsante Weise sollen soziale und ökonomische Probleme des Landes [...mehr]

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Land: Frankreich
Jahr: 2018
Genre: Drama, Komödie
Länge: 105 Minuten
Kinostart: 16.08.2018
Regie: Philippe Le Guay
Darsteller: François Cluzet als Georges Balbuzard, François-Xavier Demaison als Thierry Levasseur, Julie-Anne Roth als Valérie Levasseur
Verleih: Concorde

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