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Intrigo - Tod eines Autors
Intrigo - Tod eines Autors
© 20th Century Fox

Kritik: Intrigo - Tod eines Autors (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Kriminaldrama "Intrigo – Tod eines Autors" basiert auf einer Erzählung des schwedischen Schriftstellers Håkan Nesser, die dieser bereits vor mehr als 20 Jahren verfasst hat. Zwei weitere Geschichten des 1950 geborenen Autors werden bald noch als Leinwandbearbeitungen folgen: "Intrigo – Samaria" und "Intrigo – Dear Agnes". Neben den Motiven Schuld und Sühne verbindet die drei Werke vor allem der Regisseur: Daniel Alfredson, der mit "Verdammnis" und "Vergebung" (beide von 2009) auch schon zwei Teile der "Millennium"-Trilogie nach Stieg Larsson realisierte, setzt die "Intrigo"-Reihe in Szene und hat gemeinsam mit Birgitta Bongenhielm die Drehbücher geschrieben.

Die Art und Weise, wie der Plot in "Intrigo – Tod eines Autors" geschildert wird, ist bewusst verschlungen. Erst allmählich entbirgt sich, wie einzelne Dinge miteinander zusammenhängen, wer hier wen täuscht und welche Geheimnisse die Figuren haben. In den Dialogen – etwa zwischen dem Protagonisten David und dessen Frau Eva – ist der Film betont kühl; die Bilder, die Alfredson mit seinem Kameramann Pawel Edelman erzeugt, sind indessen deutlich weniger düster als zum Beispiel in der "Millennium"-Trilogie. Doch im Idyll der Alpenlandschaft oder der Schönheit einer einsamen Insel entdeckt das Werk die dunklen Abgründe seines Personals: Wenn David und Eva eine Wanderung machen oder wenn David den Erfolgsautor Henderson auf dessen Insel-Anwesen aufsucht, ist stets die zwischenmenschliche Dissonanz zu spüren, aus der die Geschichte ihre Spannung gewinnt.

Benno Fürmann ("Der Krieger und die Kaiserin") und Ben Kingsley ("Gandhi") agieren solide; bemerkenswert ist allerdings insbesondere die Verkörperung der zunächst spürbar unglücklichen Eva durch Tuva Novotny ("Borg McEnroe"). "Intrigo – Tod eines Autors" zeigt Menschen, die etwas erreichen wollen – sei es ein privater Neustart oder Vergebung. Dafür ist es oft nötig, radikale Entscheidungen zu treffen, Opfer zu bringen und andere Personen hinter sich zu lassen. Wie das Skript die unterschiedlichen Wege, die sich aus derartigen Schritten ergeben, sowie die Konsequenzen solcher Taten einfängt, ist klassischer Krimistoff.

Fazit: Eine verschachtelt erzählte, namhaft besetzte Håkan-Nesser-Adaption, die hinter der überraschend hellen Optik das Dunkle findet.




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