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Kritik: Intrigo - Samaria (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Intrigo – Samaria" beruht auf Hakan Nessers Kurzgeschichte "Die Wildorchidee aus Samaria". Der 69-jährige schwedische Autor gilt in seiner Heimat neben Henning Mankell und Stieg Larsson als der wichtigste und erfolgreichste Verfasser von Krimi-Romanen. Er debütierte 1988 mit seinem ersten Buch, der Durchbruch folgte zu Beginn der 90er-Jahre. Zu Nessers populärsten Figuren gehört der Ermittler Inspektor Barbarotti.

Der zweite Teil der "Intrigo"-Trilogie lebt sehr von der zwischen den Figuren bestehenden Spannung. Im Zentrum steht dabei ganz klar die (undurchsichtige) Beziehung zwischen Henry und der charismatischen Vera. Das subtile, unterschwellige Spiel mit Gestik und Mimik, das die beiden Hauptdarsteller Buchanan und Fox ganz vorzüglich beherrschen, lädt den Zuschauer zum Miträtseln ein: Vertrauen die Beiden einander? Benutzt Vera Henry nur, um ihren Film fertigstellen zu können? Besteht eine – erotische – Anziehung, derer sich Beide widersetzen?

Auch Jeff Fahey überzeugt als undurchschaubarer, lebenslänglich verurteilter Gefängnisinsasse. Die von einer durchdringenden Atmosphäre des Unbehagens durchzogenen Szenen mit ihm und Vera gehören zu den besten Momenten des insgesamt kühl inszenierten Films. Nicht zuletzt aufgrund der guten Dialoge, die immer mehr Andeuten und Behaupten als klar Äußern und auf den Punkt formulieren. Schade ist, dass die Auflösung ziemlich schnell zu durchschauen ist – vor allem für langjährige und erfahrene Krimi-Fans. Regisseur Daniel Alfredson gibt sich auch nicht die allergrößte Mühe, hier die Spannung aufrecht zu erhalten.

Ganz im Gegenzug zu der mitreißenden Verschränkung von Vergangenheit und Gegenwart: Die Rückblenden verwebt er stimmig mit der filmischen Dramaturgie der Gegenwartshandlung und baut diese Flashbacks an sinnvollen Stellen ein. Mit verwackelter Handkamera folgt er dem Täter, der es auf sein 19-jähriges Opfer abgesehen hat. Deshalb und dank des einnehmenden Spiels von Jungdarstellerin Brady, zählen die Rückblenden zu den packendsten, dringlichsten Augenblicken des Thrillers.

Fazit: Solide inszenierter, düsterer Krimi mit vorhersehbarer Auflösung aber einem mitreißend agierenden Cast und spannenden Flashbacks.




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