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Auf der Suche nach Ingmar Bergman
Auf der Suche nach Ingmar Bergman
© Weltkino Filmverleih

Kritik: Auf der Suche nach Ingmar Bergman (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

100 Jahre liegt die Geburt des schwedischen Drehbuchautors und Film- sowie Theaterregisseurs Ingmar Bergman zurück; vor rund elf Jahren ist er verstorben. Zu den zahlreichen Menschen, die er inspiriert hat, zählt auch die Schöpferin des dokumentarischen Werks "Auf der Suche nach Ingmar Bergman": Als junge Frau sah Margarethe von Trotta "Das siebente Siegel" – und dieses Kino-Mysterienspiel sollte ihr Leben für immer verändern.

Ein derartig persönlicher Zugang zu einem Sujet ist in einem Dokumentarfilm durchaus ungewöhnlich; von Trotta ist in ihrem Werk, das sie in Co-Regie mit Felix Moeller und Bettina Böhler realisierte, selbst sehr oft vor der Kamera zu sehen – ihre Bewunderung für die audiovisuellen Welten, die Bergman auf die Leinwand bannte, ist in jedem Moment zu spüren. Diese Faszination teilt sie mit etlichen Kolleginnen und Kollegen, die in "Auf der Suche nach Ingmar Bergman" ebenfalls zu Wort kommen, darunter Olivier Assayas ("Die Wolken von Sils Maria"), Mia Hansen-Løve ("Alles was kommt") und Ruben Östlund ("The Square"). In diesen Passagen wird auf den Einfluss Bergmans eingegangen – und die Begeisterung der Interviewten überträgt sich auf das Publikum. Verstärkt wird dies noch durch Ausschnitte aus Bergmans Filmen sowie Archivmaterial.

Zu etwas Besonderem wird "Auf der Suche nach Ingmar Bergman" indes vor allem durch die Gespräche mit den Personen, die auf persönlicher und/oder beruflicher Ebene direkt mit dem Filmemacher zu tun hatten – zumal dabei auch kritische Töne und Ambivalenzen ihren Platz haben. Liv Ullmann, die in vielen Arbeiten von Bergman auftrat, fünf Jahre mit ihm liiert war und gemeinsam mit ihm eine Tochter hat, findet treffende Worte für die Intensität, mit der er als Regisseur während des Drehs hinter der Kamera aktiv war, und wie er sich mit seinen Figuren identifizierte; sein Sohn Daniel spricht über das schwierige Verhältnis zu seinem Vater, der insgesamt neun Kinder aus fünf Beziehungen hatte. Im Interview mit dem Sohn wird zugleich Bergmans eigene Kindheit thematisiert. Ohne reißerisch zu werden, werden auf diesem Wege auch die dunkleren Seiten des verehrten Kino-Künstlers beleuchtet.

Fazit: Ein sehr persönlicher Dokumentarfilm, der die kinematografische Bedeutung von Ingmar Bergman ebenso einfängt wie dessen Persönlichkeit.




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