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Glücklich wie Lazzaro (2018)

Lazzaro felice

Märchenhaftes Drama: Ein junger Mann wird als Landarbeiter ausgebeutet – bis es zu einer schicksalhaften Begegnung kommt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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In der italienischen Gebirgslandschaft Inviolata nutzt die skrupellose Marchesa Alfonsina De Luna (Nicoletta Braschi) auf ihrer abgelegenen Tabakfarm die Unwissenheit der dort arbeitenden Männer, Frauen und Kinder aus, die nicht ahnen, dass die Leibeigenschaft, in der sie sich befinden, längst verboten wurde. So hinterfragen die völlig verarmten Leute das Abhängigkeitsverhältnis nicht – und beuten ihrerseits wieder den gutmütigen Lazzaro (Adriano Tardiolo) aus, der stets die härtesten Tätigkeiten verrichten muss.

Als die Marchesa mit ihrem rebellischen Sohn Tancredi (Luca Chikovani) anreist, lernt dieser Lazzaro kennen und geht eine Freundschaft mit ihm ein. Tancredi täuscht seine eigene Entführung vor – wodurch die Lügen seiner Mutter schließlich aufgedeckt werden. Während die Dorfgemeinschaft in die Stadt aufbricht, erleidet Lazzaro im Gebirge einen Unfall. Doch seine Geschichte ist damit noch nicht vorbei.

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Adriano Tardiolo in Glücklich wie LazarroGlücklich wie LazarroGlücklich wie LazarroGlücklich wie LazarroGlücklich wie LazarroGlücklich wie Lazzaro


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

"Glücklich wie Lazzaro" ist das neue Werk der bemerkenswerten italienischen Regisseurin und Drehbuchautorin Alice Rohrwacher ("Land der Wunder"). Mit ihrer Kamerafrau Hélène Louvart ("Pina") hat sie ihr originelles, in Cannes prämiertes Skript im Super-16-Filmformat umgesetzt und dabei ein faszinierendes Konglomerat aus zeitlosem Märchen und überaus relevantem (Sozial-)Drama geschaffen. Rohrwacher beschwört die Magie des Kinos und die Wucht der Arbeiten von Größen wie Federico Fellini oder Pier Paolo Pasolini herauf, liefert in ihren körnigen Bildern aber keine der Wirklichkeit gänzlich entzogene Nostalgie, sondern setzt sich durchaus politisch mit der Historie ihres Landes auseinander.

Der Film erzählt vom Betrug der Wohlhabenden an den Mittellosen – zunächst im ländlichen, später im urbanen Milieu. Klug schildert Rohrwacher die Mechanismen der Ausbeutung sowie die herrschende Ungerechtigkeit. Als Hauptfigur wählt sie einen ungewöhnlichen und in seiner Selbstlosigkeit immer wieder irritierenden jungen Mann: Der titelgebende Lazzaro geht seiner Arbeit sowie sämtlichen Befehlen und Aufforderungen völlig ruhig und mit absoluter Selbstverständlichkeit nach; er verkörpert die Unschuld und erscheint alsbald wie ein fleischgewordenes Wunder in der unerbittlich wirkenden Umgebung. Der 1998 geborene Leinwanddebütant Adriano Tardiolo interpretiert diese Rolle mit seinem aufgeschlossenen Blick perfekt; niemals mutet Lazzaro einfältig an – vielmehr lassen seine Blicke eine umwerfend-grenzenlose Gutmütigkeit erkennen.

Ebenfalls beeindruckend ist der italienische YouTube-Star Luca Chikovani als renitenter Sohn der Ausbeuterin Marchesa Alfonsina De Luna: Der launenhafte Tancredi bleibt ein ambivalenter Charakter, der einerseits egoistisch handelt und andererseits die Machenschaften seiner Mutter, die ein ganzes Dorf in Leibeigenschaft hält, um mit ihrem Tabak Gewinn zu machen, als falsch und inhuman begreift. Die Szenen zwischen Tardiolo und Chikovani, deren Figuren eine fraglos unausgeglichene, aber doch besondere Freundschaft eingehen, sind äußerst spannend. Mit Rohrwachers Schwester Alba Rohrwacher ("Die Einsamkeit der Primzahlen") oder Tommaso Ragno kann "Glücklich wie Lazzaro" auch in der übrigen Besetzung vollauf überzeugen.

Fazit: In einer einnehmenden Mischung aus Märchen und Gesellschaftskritik widmet sich Alice Rohrwacher der italienischen Geschichte und bringt dabei wunderbare Schauspielleistungen ihres Ensembles zutage.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvoll
Alice Rohrwachers dritter Spielfilm führt uns auf atmosphärisch dichte und poetische Weise in eine archaisch anmutende Welt einer unterdrückten Dorfgemeinschaft abseits der Zivilisation des modernen Italiens. An der Seite des genügsamen und [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland, Frankreich, Schweiz, Italien
Jahr: 2018
Genre: Drama
FSK: 12
Kinostart: 13.09.2018
Regie: Alice Rohrwacher
Darsteller: Adriano Tardiolo als Lazzaro, Agnese Graziani als Antonia bambina, Luca Chikovani als Tancredi bambino
Verleih: Piffl Medien

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Glücklich wie Lazzaro - Adriano Tardiolo
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