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Geister der Weihnacht (2018)

Märchenhafte Marionetten: Die Augsburger Puppenkiste bringt eine Inszenierung von Charles Dickens' weltberühmter Erzählung in die Kinos.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Der geizige Geldverleiher Ebenezer Scrooge kennt selbst am Tag vor Weihnachten keine Gnade. Seinen Buchhalter Bob Crachit weist er an, der säumigen Familie Smith Druck zu machen, eine Einladung zur Weihnachtsfeier seiner Nichte Miss Freddy schlägt er aus, zwei freundlichen Spendensammlern weist er brüsk die Tür. Endlich allein im Kontor erscheint ihm sein verstorbener Geschäftspartner Marley, der Scrooge den Besuch dreier weiterer Geister ankündigt. Nachts im Bett nimmt der Spuk schließlich Gestalt an. Mit den Geistern der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht reist Scrooge durch Raum und Zeit, taucht in seine eigene Vergangenheit ein und sieht die Zukunft des kleinen, kranken Timi, des Sohns seines Buchhalters Crachit.

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Charles Dickens "Eine Weihnachtsgeschichte" ist einfach nicht totzukriegen. Unzählige Male wurde die Erzählung, die im Dezember 1843 als "A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost-Story of Christmas" erstmals in den Läden stand, bereits fürs Kino und Fernsehen adaptiert. Den Geizkragen Ebenezer Scrooge gaben unter anderem Schauspielgrößen wie Albert Finney im Musical "Scrooge" (1970), Bill Murray in der Mediensatire "Die Geister, die ich rief" (1988), Michael Caine an der Seite von Kermit dem Frosch und Miss Piggy in "Die Muppets Weihnachtsgeschichte" (1992) oder Jim Carey in der animierten 3D-Variante von Disney (2009).

Das Jahresende 2018 wartet nun gleich mit zwei Versionen auf. Während "Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand" lustvoll Leben und Werk des Schriftstellers miteinander verschränkt, bringt die Augsburger Puppenkiste zu ihrem 70. Geburtstag eine Marionettenvariante in die Kinos. Puppenspielerin, Autorin und Koregisseurin Judith Gardner schrieb die Vorlage in eine Bühnenversion um. In der Werkstatt wurden derweil fleißig Figuren geschnitzt und Bühnenbilder gebaut. Nach der biblischen "Weihnachtsgeschichte" (2016) und "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" nach einer Vorlage Cornelia Funkes ist "Geister der Weihnacht" bereits der dritte Feiertagsfilm der Fuggerstädter in Folge. Er ist in Sondervorführungen an den Adventswochenenden, am Nikolaustag und an Weihnachten zu sehen.

Gardners Bearbeitung überzeugt mit viel Herz und einer leichten Fokusverschiebung. Um auch den ganz Kleinen im Publikum genügend Identifikationspotenzial zu bieten, rückt ihre Handlung neben dem hartherzigen Scrooge auch den schwer kranken, herzensguten Timi in den Mittelpunkt. Obwohl die Marionetten mit ihren starren Gesichtsausdrücken über keinerlei Mimik verfügen, wirken sie lebendig, was abseits der kreativen Gestaltung und der leichtfüßigen Bewegungen der Puppenspieler an den tollen Synchronstimmen liegt. Neben Martina Gedeck, die dem Geist der vergangenen Weihnacht eine tänzelnde Anmut verleiht, ist hier besonders Thomas Rauscher hervorzuheben, der den ganzen erdenschweren Groll in die Stimme des alten Geizkragens packt.

IInszenatorisch wäre allerdings deutlich mehr drin gewesen. Die Anzahl der Sets, Kameraeinstellungen und Schnitte bleibt überschaubar, weil das im Kino Gezeigte für spätere Aufführungen in der Puppenkiste problemlos auf die Bühne übertragbar sein muss. Statt einen Blick aus dem Fenster in eine neue Szene zu überführen, zeigen Regisseur Julian Köberer und Gardner eine Mauerschau. Gepaart mit der Guckkastenoptik wirkt das doch arg theatral und ein wenig altbacken. Diese ungewohnt ruhige Vermittlung hat aber auch etwas für sich, können sich die Kinder doch ganz auf Dickens' Geschichte konzentrieren. Und die wird mit ihren universellen Themen wie Menschlichkeit und Nächstenliebe nie alt.

Fazit: Die Weihnachtsfilme der Augsburger Puppenkiste gehen in die dritte Runde. Die eigens fürs Kino erarbeitet Neuinszenierung von Charles Dickens' berühmter Vorlage wirkt zwar zwischendurch arg theatral, überzeugt aber durch kreative Figuren, tolles Puppenspiel, markante Synchronstimmen und eine Geschichte, die nicht alt wird.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollEs gehört seit einiger Zeit zu den Traditionen des Kinojahres, dass die Augsburger Puppenkiste stets vor Weihnachten eine neue Geschichte von der Theaterbühne auf die Kinoleinwand bringt. Mit GEISTER DER WEIHNACHT nimmt sich das Ensemble nun Charles [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Animation
Länge: 64 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 01.12.2018
Regie: Julian Köberer
Darsteller: Laurent Amadeus, Florian Innerebner, Thomas Rauscher
Verleih: Universum Film

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