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Die verborgenen Farben der Dinge
Die verborgenen Farben der Dinge
© Film Kino Text

Die verborgenen Farben der Dinge (2017)

Il colore nascosto delle cose

Drama: Ein rastloser Werbeprofi entwickelt Interesse an einer blinden Osteopathin, die sich auf eine Affäre mit ihm einlässt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Teo (Adriano Giannini) ist als kreativer Kopf in einer Werbeagentur tätig; er hat eine Freundin (Anna Ferzetti), die mit ihm zusammenziehen will, und eine Geliebte (Valentina Carnelutti), mit der er sich gelegentlich trifft. Seine Familie hält er auf Abstand – selbst als sein Stiefvater stirbt.

Als Teo der Osteopathin Emma (Valeria Golino) begegnet, ist er sofort fasziniert von ihr. Die Frau ist seit ihrem 16. Lebensjahr blind, frisch von ihrem Ehemann getrennt und lebt mit ihrer guten Freundin Patti (Arianna Scommegna) in einer Stadtwohnung. Teo sucht Emma in ihrer Praxis auf; allmählich kommen die beiden sich näher. Doch Teo belügt sowohl Emma als auch seine Partnerin Greta und scheint nicht bereit, eine ernsthafte Beziehung einzugehen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit "Die verborgenen Farben der Dinge" legt der italienisch-schweizerische Filmemacher Silvio Soldini ("Brot & Tulpen", "Was will ich mehr") seine neue Arbeit vor – und widmet sich darin abermals der charakterlichen Entwicklung sowie den zwischenmenschlichen Konflikten seiner Figuren. Das Drehbuch, welches Soldini gemeinsam mit Davide Lantieri und Doriana Leondeff geschrieben hat, erzählt von einem Mann, der sowohl beruflich als auch privat als Verführer auftritt – und von einer blinden Frau, die diesen Mann mit ihrer couragierten Art irritiert und anzieht.

Der Protagonist Teo ist gewiss kein Sympathieträger; er belügt und betrügt seine Freundin, verhält sich abweisend gegenüber seiner Familie – und auch seine Motive, eine intimere Ebene mit Emma zu erreichen, sind zunächst fragwürdig. Die Liebe, die zwischen Teo und Emma entsteht, ist von etlichen Ambivalenzen durchzogen: Zwar fängt Soldini mit seinem Kameramann Matteo Cocco das Schöne, Sinnliche und Unbeschwerte ein, wenn Teo und Emma etwa zusammen ins Kino gehen oder Blumen kaufen oder mit Emmas Mitbewohnerin Patti einen amüsanten Abend verbringen; dennoch wird die Beziehung nicht verklärt – immer wieder kommt es zu Unsicherheiten, Enttäuschungen und seelischen Blessuren.

Adriano Giannini ("Stürmische Liebe – Swept away") sorgt mit seiner Darstellung dafür, dass Teo als erfolgsverwöhnter Werbeprofi und oft rücksichtsloser Casanova nicht zu einer Karikatur wird; auch das Spiel von Valeria Golino – bekannt aus so unterschiedlichen Filmen wie "Rain Man" (1988), "Hot Shots!" (1991) und "Die süße Gier" (2013) – ist überaus eindrücklich: Golino macht Emmas Wunsch und Willen nach Unabhängigkeit spürbar, aber auch Emmas Angst, von Teo verletzt zu werden. Überzeugend ist zudem Golinos Interaktion mit Laura Adriani, die eine ebenfalls blinde Sprachschülerin von Emma verkörpert und mit ihrem Schicksal hadert. Wenn Emma die junge Frau dazu zu bringen versucht, sich und das Leben nicht aufzugeben, zeigt sich Emmas Stärke ebenso wie in der Auseinandersetzung mit dem egoman-unentschlossenen Teo.

Fazit: Ein Charakterdrama ohne Kitsch, das sich einer konfliktreichen Annäherung widmet und dabei von seiner guten Besetzung profitiert.




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Land: Italien, Schweiz
Jahr: 2017
Genre: Drama
Länge: 116 Minuten
Kinostart: 26.07.2018
Regie: Silvio Soldini
Darsteller: Valeria Golino als Emma, Adriano Giannini als Teo, Arianna Scommegna als Patti
Verleih: Film Kino Text

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