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Kritik: The Endless (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ein ungleiches Brudergespann besucht eine sektenartige Kommune im kalifornischen Hinterland, der sie einst aus Angst vor einem Massenselbstmord den Rücken kehrten, und machen schon kurz nach ihrer Ankunft rätselhafte Beobachtungen. "The Endless", der dritte Spielfilm von Justin Benson und Aaron Moorhead, beginnt wie ein gewöhnlicher Thriller über obskure, manipulative Gemeinschaften, entwickelt sich aber recht schnell zu einem geheimnisvollen, an die fantastischen Erzählungen eines H. P. Lovecraft gemahnenden Genre-Cocktail. Wer "Resolution – Cabin of Death" und "Spring – Love Is a Monster", die vorangegangenen Werke des Regieduos kennt, wird freilich wissen, dass sie ein Faible für Grenzen sprengende Geschichten haben, die sich einer einfachen Kategorisierung entziehen.

Nach dem verhältnismäßig konventionellen Einstieg, der allerdings schon kleine Irritationen bereithält, geben Benson und Moorhead, die auch in den Hauptrollen zu sehen sind, der Handlung einen Dreh ins Übernatürliche und kreieren ein unheilvolles Klima der Bedrohung, das sich nicht zuletzt aus einigen irrlichternden Kamerabewegungen und einer wiederholt aufgegriffenen gottgleichen Vogelperspektive speist. Irgendetwas Unheimliches scheint hier im Gang zu sein. Und irgendeine höhere Macht streckt offenbar die Fühler aus. Wirklich zu fassen ist die Gefahr für die Brüder und den Zuschauer anfangs jedoch nicht.

Während "The Endless" mehr und mehr in Mystery- und Science-Fiction-Gefilde gleitet, gelingt es den Regisseuren nur bedingt, das Potenzial der spannenden, da konfliktreichen und ambivalenten Geschwisterbeziehung auszuschöpfen. Auch wenn am Ende eine berührende Annäherung steht, fühlt sich der Weg dorthin ein wenig unausgegoren an. So sehr man sich über die durchaus virtuos erzeugte Atmosphäre des Unbehagens freuen kann, so sehr hätte man sich gewünscht, dass Benson und Moorhead in einigen Momenten etwas stärker an der Spannungsschraube drehen. Dass die im Finale bemühten Spezialeffekte eher dürftig ausfallen, sollte man, obschon die Ausdruckskraft darunter leidet, den Filmemachern nicht großartig vorhalten. Immerhin ist ihre dritte Regiearbeit, die im Übrigen Figuren und Elemente aus ihrem Erstling "Resolution – Cabin of Death" aufgreift, eine Independent-Produktion mit bescheidenen finanziellen Möglichkeiten.

Fazit: Stimmungsvoll-rätselhafte Mischung aus Mystery, Horror und Science-Fiction, die manchmal etwas mehr Intensität hätte vertragen können.




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