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Kritik: Vier zauberhafte Schwestern (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Welches Mädchen wünscht sich nicht, zaubern zu können wie eine gute Fee? Geschichten über Mädchen mit magischen Fähigkeiten werden immer wieder gern gelesen und gesehen. Längst haben beispielsweise "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler oder auch die Abenteuer der mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten "Vampirschwestern" von Franziska Gehm Filmversionen erhalten. Der Regisseur Sven Unterwaldt ("Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft") und die Drehbuchautorin Hortense Ullrich haben dem Genre lustiger Fantasyfilme für Mädchen nun eine weitere Variante hinzugefügt. Sie basiert auf der Buchreihe "The Sprite Sisters" von Sheridan Winn und handelt von vier Schwestern, die jeweils das Zaubern mit einem der Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft beherrschen.

Das filmische Abenteuer verbindet gleich mehrere Themen, die junge Mädchen reizvoll finden, nämlich außer dem Zaubern auch das Singen und Tanzen. Flame, Marina, Flora und Sky sind die Gruppe "Sista Magic", die ihre Schule bei einem Song-Wettbewerb vertritt. Ihr Auftritt hat auch wegen der stylischen Tanz-Choreografie gute Chancen. Die Zauberkraft der Schwestern ist nicht nur einfach Selbstzweck, sondern auch lose mit dem Umweltgedanken verbunden. Dank der Elbenstaubquelle in ihrem Schloss werden sie irgendwie zu magischen Hüterinnen der vier Elemente. Nicht auszudenken, was der Menschheit blühte, käme die böse Glenda in den Besitz dieser Quelle.

Hinter all der Zauber-Mystik steht ein so einfacher, wie gerade im Kinderfilm leider auch überstrapazierter Gedanke: Die Heldinnen sind nur gemeinsam stark, sie müssen zusammenhalten! Dass sich Schwestern in Wirklichkeit oft nur bedingt vertragen, passt in diese simple Geschichte nicht hinein.

Die vier Newcomerinnen machen sich in den Hauptrollen ganz gut und Leonore von Berg verleiht ihrer Figur der Sky eine muntere, burschikose Originalität. Ärgerlich hingegen ist die Zeichnung der erwachsenen Charaktere. Die Eltern sind zu ziemlich willenlosen Statisten degradiert, Anna Thalbach trägt als schrullige Gegnerin der bösen Glenda bunte Häkelkleidung. Glenda schließlich ist so einfallslos als hochnäsig-tumbe, lächerliche Figur gezeichnet, wie die Bösewichte in deutschen Kinderfilmen leider meistens sein müssen. Allein wie Glendas Butler (Justus von Dohnányi) der Hexe selbst im Auto ständig Tee in der Porzellantasse servieren muss, ist ein ins Lahme überreizter Witz. Insgesamt hätte dieser gefällige Mädchenfilm doch etwas inspirierter sein können.

Fazit: Unter der Regie von Sven Unterwaldt gerät diese Fantasygeschichte über vier Schwestern, die geheime Zauberkräfte besitzen, durchaus gefällig und schwungvoll. Das Abenteuer, das auf einer Buchreihe von Sheridan Winn basiert, streut seine Reize breit, denn die Schwestern treten auch als Gesangs- und Tanzgruppe auf. Während die Mädchenfiguren überzeugen, leiden die Charaktere der Erwachsenen unter Einfalt oder gewollt lächerlicher Überzeichnung. Insgesamt lässt der Film funkensprühenden Charme ziemlich vermissen.




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