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Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit
Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit
© eOne Germany

Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit (2018)

On the Basis of Sex

Das US-Drama kehrt zurück zu den beruflichen Anfängen der Juristin Ruth Bader Ginsburg, die viel für die rechtliche Gleichstellung der Frauen in den USA getan hat.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

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Im Jahr 1956 betritt Ruth Bader Ginsburg (Felicity Jones) stolz die juristische Fakultät von Harvard. Unter Hunderten von Erstsemestern gibt es nur neun Frauen, und der Dekan Erwin Griswold (Sam Waterston) will von jeder persönlich wissen, warum sie hier den Platz eines Mannes besetzt. Doch Ruth Bader Ginsburg, verheiratete Mutter einer kleinen Tochter, ist gekommen, um die Beste ihres Jahrgangs zu werden.

Als ihr Mann Martin Ginsburg (Armie Hammer), der im zweiten Jahr Jura in Harvard studiert, an Krebs erkrankt, besucht sie auch seine Kurse, um ihm zu helfen. Martin bekommt nach der Uni eine Stelle als Steueranwalt in New York, und Ruth setzt ihr Studium an der New Yorker Columbia Universität fort. Doch als sie sich 1959 mit ihrem brillanten Abschluss ebenfalls um eine Stelle als Anwältin bemüht, bekommt sie nur Absagen. Sie nimmt also eine Universitätsprofessur an und widmet sich in ihren Seminaren Gesetzen und Gerichtsurteilen, die Frauen benachteiligen.

1970 zeigt ihr Martin einen Steuerrechtsfall, bei dem ein Mann vergeblich dagegen klagte, dass er die Kosten für eine Pflegekraft für seine kranke Mutter nicht von der Steuer absetzen darf. Das dürfen nur Frauen. Ruth erkennt, dass eine Klage vor dem Berufungsgericht einen wichtigen Präzedenzfall schaffen würde, um Gesetze, die ein Geschlecht benachteiligen, für verfassungswidrig zu erklären. Sie wird die Anwältin von Charles Moritz (Chris Mulkey).

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Am 15. März 2019 wird Ruth Bader Ginsburg 86 Jahre alt. Seit 1993 ist sie als Richterin am Obersten Gerichtshof der USA tätig. Wegen ihrer Erfolge bei der Gleichstellung der Geschlechter und als liberale Gegenstimme zu den vielen konservativen Juristen am Gericht erfreut sie sich im Land großer Beliebtheit. Unlängst erschien sie sogar für eine Sekunde als Spielfigur in Richterrobe im Animationsfilm "The Lego Movie 2". Nach dem Dokumentarfilm "RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit" von Julie Cohen und Betsy West kommt nun dieser Spielfilm der Regisseurin Mimi Leder in die Kinos. Auch er kann große Realitätsnähe beanspruchen, denn das Drehbuch stammt von Ruth Bader Ginsburgs Neffen Daniel Stiepleman. Er konzentriert sich nach einem Beginn in der Studentenzeit Ginsburgs auf ihren ersten großen Prozess als Anwältin Anfang der 1970er Jahre.

Die Flower-Power-Ära und die Bürgerrechtsbewegung haben ein neues gesellschaftliches Klima geschaffen. Ruths Teenager-Tochter Jane (Cailee Spaeny) schwänzt die Schule für eine feministische Veranstaltung und wirft der Mutter vor, zu angepasst zu sein. Zugleich leidet sie darunter, dass Ruth mit Lob für ihre schulischen Leistungen spart, weil sie ihr keine Ungenauigkeit durchgehen lässt. Martin muss oft zwischen Mutter und Tochter vermitteln. Der Dialog von Ruth und Jane wird konstruktiv und bestärkt Ruths Auffassung, dass die Zeit reif ist für den juristischen Kampf gegen Gesetze, die Frauen den Zugang zu manchen Berufen und sonstige Rechte verwehren. Ruth und Martin sind ein Ehepaar, das auf Augenhöhe kommuniziert. Die äußerlich eher unscheinbare und etwas bieder wirkende Felicity Jones und der stattlich-attraktive Armie Hammer überzeugen als Paar, das zusammen Großes in Angriff nimmt.

Gemeinsam treten Ruth und Martin auch vor das Berufungsgericht. Vorher üben sie mit Freunden und Kollegen, welche Fallstricke ihnen die Fragen der Berufungsrichter legen könnten. Beispielsweise zieht das Argument der Gleichheit vor dem Gesetz bereits in Rassenfragen, aber Ruth und Martin müssen sich vor einem zweifelhaften Vergleich rassistischer und geschlechtlicher Diskriminierung hüten. Die Gedankenwelt jener Epoche wird lebendig und macht auf spannende Weise deutlich, wie schwer es war, die Gerichte für das Thema Frauenemanzipation zu sensibilisieren.

Fazit: Unter der Regie von Mimi Leder widmet sich der gelungene Spielfilm den beruflichen Anfängen der Juristin Ruth Bader Ginsburg. Im Mittelpunkt der spannenden Geschichte, die das bewegte Zeitgeschehen nach 1968, insbesondere den Kampf für die Gleichstellung der Frau, mit dem Privat- und Berufsleben Ginsburgs verknüpft, steht ein Gerichtsprozess. Die junge Anwältin geht für die steuerliche Gleichberechtigung eines Mannes in Berufung – um so die Abschaffung der vielen Gesetze ins Rollen zu bringen, die Frauen diskriminieren. Felicity Jones und Armie Hammer überzeugen als beseeltes Juristen-Ehepaar, das in puncto Gleichberechtigung seiner Zeit vorausgeht.




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Land: USA
Jahr: 2018
Genre: Drama, Biopic
Länge: 120 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 07.03.2019
Regie: Mimi Leder
Darsteller: Felicity Jones als Ruth Bader Ginsburg, Armie Hammer als Martin Ginsburg, Justin Theroux als Mel Wulf
Verleih: eOne Germany

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