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Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit
Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit
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Kritik: Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Am 15. März 2019 wird Ruth Bader Ginsburg 86 Jahre alt. Seit 1993 ist sie als Richterin am Obersten Gerichtshof der USA tätig. Wegen ihrer Erfolge bei der Gleichstellung der Geschlechter und als liberale Gegenstimme zu den vielen konservativen Juristen am Gericht erfreut sie sich im Land großer Beliebtheit. Unlängst erschien sie sogar für eine Sekunde als Spielfigur in Richterrobe im Animationsfilm "The Lego Movie 2". Nach dem Dokumentarfilm "RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit" von Julie Cohen und Betsy West kommt nun dieser Spielfilm der Regisseurin Mimi Leder in die Kinos. Auch er kann große Realitätsnähe beanspruchen, denn das Drehbuch stammt von Ruth Bader Ginsburgs Neffen Daniel Stiepleman. Er konzentriert sich nach einem Beginn in der Studentenzeit Ginsburgs auf ihren ersten großen Prozess als Anwältin Anfang der 1970er Jahre.

Die Flower-Power-Ära und die Bürgerrechtsbewegung haben ein neues gesellschaftliches Klima geschaffen. Ruths Teenager-Tochter Jane (Cailee Spaeny) schwänzt die Schule für eine feministische Veranstaltung und wirft der Mutter vor, zu angepasst zu sein. Zugleich leidet sie darunter, dass Ruth mit Lob für ihre schulischen Leistungen spart, weil sie ihr keine Ungenauigkeit durchgehen lässt. Martin muss oft zwischen Mutter und Tochter vermitteln. Der Dialog von Ruth und Jane wird konstruktiv und bestärkt Ruths Auffassung, dass die Zeit reif ist für den juristischen Kampf gegen Gesetze, die Frauen den Zugang zu manchen Berufen und sonstige Rechte verwehren. Ruth und Martin sind ein Ehepaar, das auf Augenhöhe kommuniziert. Die äußerlich eher unscheinbare und etwas bieder wirkende Felicity Jones und der stattlich-attraktive Armie Hammer überzeugen als Paar, das zusammen Großes in Angriff nimmt.

Gemeinsam treten Ruth und Martin auch vor das Berufungsgericht. Vorher üben sie mit Freunden und Kollegen, welche Fallstricke ihnen die Fragen der Berufungsrichter legen könnten. Beispielsweise zieht das Argument der Gleichheit vor dem Gesetz bereits in Rassenfragen, aber Ruth und Martin müssen sich vor einem zweifelhaften Vergleich rassistischer und geschlechtlicher Diskriminierung hüten. Die Gedankenwelt jener Epoche wird lebendig und macht auf spannende Weise deutlich, wie schwer es war, die Gerichte für das Thema Frauenemanzipation zu sensibilisieren.

Fazit: Unter der Regie von Mimi Leder widmet sich der gelungene Spielfilm den beruflichen Anfängen der Juristin Ruth Bader Ginsburg. Im Mittelpunkt der spannenden Geschichte, die das bewegte Zeitgeschehen nach 1968, insbesondere den Kampf für die Gleichstellung der Frau, mit dem Privat- und Berufsleben Ginsburgs verknüpft, steht ein Gerichtsprozess. Die junge Anwältin geht für die steuerliche Gleichberechtigung eines Mannes in Berufung – um so die Abschaffung der vielen Gesetze ins Rollen zu bringen, die Frauen diskriminieren. Felicity Jones und Armie Hammer überzeugen als beseeltes Juristen-Ehepaar, das in puncto Gleichberechtigung seiner Zeit vorausgeht.




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