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Pelikanblut - Aus Liebe zu meiner Tochter (2018)

Pelikan Blut

Provokativ, fordernd, heftig: "Pelikanblut", das deutsche Drama mit übernatürlichen Elementen, ist nichts für zart Besaitete.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.2 / 5

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Die alleinstehende Wiebke (Nina Hoss), beseelt von einem ausgeprägten und beizeiten ungesunden Weltverbesserungssyndrom, adoptiert die fünfjährige Raya aus einem Waisenheim im (östlichen?) Ausland. Doch was mit ihrer ersten Adoptivtochter Niki wunderbar funktioniert, klappt mit Raya gar nicht: Die Kleine, deren Verhalten nicht anders als schwer gestört zu bezeichnen ist, stellt die Mutter und ihr Umfeld auf eine harte Probe. Hilfsangebote und Warnungen von Bekannten, Professionalisten und ihrem Verehrer schlägt Wiebke aus und verrennt sich immer mehr in ihre Überzeugung, dem offenbar schwer traumatisierten Kind um jeden Preis helfen zu müssen – ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen.

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PelikanblutPelikanblut - Aus Liebe zu meiner TochterPelikanblut - Aus Liebe zu meiner TochterPelikanblut - Wiebke (Nina Hoss) und Raya (Katerina...vska)Pelikanblut - Wiebke (Nina Hoss) mit ihren...eppo)Pelikanblut


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Pelikanblut", ein Beispiel für den neuen, mutigen deutschen Film, ist fordernd, provokativ, unbequem, ambivalent – und am Ende doch überraschend versöhnlich. Regisseurin Kathrin Gebbe bricht darin gleich mehrere Tabus, am augenscheinlichsten mit jener (mitunter religös aufgeladenen) Vorstellung, dass Kinder (Mädchen) unschuldige, geradezu engelsgleiche Wesen wären, unantastbar und erhaben: Denn der Film handelt von einem psychopathischen Mädchen von gerade 5 Jahren, die den Hannibal Lecters und Norman Bates dieser Filmwelt das Fürchten lehren würde. Gebbe pervertiert und hinterfragt des weit verbreitete Bild des "heiligen, unschuldigen Kindes" und der "braven, schuldlosen Frau" (die kleine Raya vergeht sich sexuell an einem gleichaltrigen Jungen!) und stellt diesen ganzen Verstörungen das Ideal bedingungsloser, aufopfernder Liebe als Hoffnung und (mögliche) Heilung gegenüber, die die schlimmsten "Dämonen" vertreiben kann.

Herausragend ist dabei vor allem das Spiel der Jungdarstellerin Katerina Lipovska als Raya: Selten hat man arrivierte Starschauspieler aus Hollywood oder sonstwo mit einer derartigen Intensität agieren sehen. Seine Anziehungskraft entwickelt "Pelikanblut" aber vor allem aufgrund des ungewöhnlichen Sujets, das vor allem zart besaitete und sensible Gemüter auf eine harte Probe stellen wird. Die Inszenierung ist dabei stets subtil und unaufdringlich, Gebbe gibt ihren Darstellern und ihrem Plot Raum, sich frei zu entfalten. Vor allem aber hütet sie sich vor Wertungen und gibt uns Zuschauern damit das größte Geschenk mit in die Hand: Eine intensive filmische Erfahrung, eine emotionale Herausforderung und ein Werk, den jeder für sich selbst erschließen muss.

Fazit: Unbedingt sehenswert: Regisseurin Gebbe mischt Realismus mit Fantastik, Drama mit Tragödie und Provokation mit Denkanstößen. Ein Film nicht für jedermann/frau, aber eine cineastische, intellektuelle und emotionale Herausforderung, der man sich stellen kann - und soll.




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Land: Deutschland, Bulgarien
Jahr: 2018
Genre: Drama
Länge: 121 Minuten
FSK: 16
Kinostart: Unbekannt
Regie: Katrin Gebbe
Darsteller: Nina Hoss als Wiebke, Yana Marinova als Sigrid, Murathan Muslu
Verleih: DCM GmbH

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