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Loro - Die Verführten (2018)

Loro 1

Biografisches Drama: Der italienische Politiker und Unternehmer Silvio Berlusconi kämpft in den Jahren 2006 bis 2010 um seine Macht und sein Ansehen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Sergio Morra (Riccardo Scamarcio) wohnt mit seiner Lebensgefährtin Tamara (Euridice Axen) in der Provinz Tarent in Apulien. Als Unternehmer und selbst ernannter Talentscout besticht er mit Koks und jungen Frauen, die auf den Durchbruch im Fernsehen hoffen, andere Geschäftsmänner und Politiker. Das große Ziel von Sergio und Tamara ist es jedoch, den Multimilliardär, Medienzar und Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi (Toni Servillo) kennenzulernen und von dessen Einfluss zu profitieren. Die verführerische Kira (Kasia Smutniak) und der ehemalige Minister Santino Recchia (Fabrizio Bentivoglio) sollen ihnen dabei helfen.

Um Berlusconis Aufmerksamkeit zu erregen, mietet Sergio das Nachbar-Anwesen von Berlusconis Sommerresidenz in Sardinien an und lässt dort wilde Pool-Orgien steigen. Zunächst bekommt Berlusconi davon allerdings nichts mit, da er sich mit politischen Intrigen und Skandalen sowie mit seiner kriselnden Ehe mit Veronica (Elena Sofia Ricci) und dem eigenen, unaufhaltsamen Alterungsprozess auseinandersetzen muss.

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Loro - Toni ServilloLoro - Kasia SmutniakLoro - Toni Servillo und Elena Sofia RicciLoro - Toni ServilloLoro - Regiesseur Paolo SorrentinoLoro - Riccardo Scamarcio


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der 1970 in Neapel geborene Paolo Sorrentino ("La Grande Bellezza – Die große Schönheit") befasst sich nach seinem satirischen Porträt "Il Divo – Der Göttliche" (2008) über Giulio Andreotti abermals mit einer ambivalenten Gestalt aus der italienischen Politik: In "Loro – Die Verführten" zeigt er einen Ausschnitt aus dem Leben von Silvio Berlusconi zwischen 2006 und 2010, nachdem Il Cavaliere bei den Parlamentswahlen eine knappe Niederlage hinnehmen musste. Sorrentino lässt fiktive Figuren wie den ehrgeizigen Unternehmer Sergio Morra auf reale Persönlichkeiten treffen und bringt ein Sittengemälde hervor, das tragische und surreale Passagen kombiniert und sich der Dekadenz widmet.

Der Film wurde ursprünglich als Zweiteiler konzipiert: In Italien kamen der erste, 100-minütige und der zweite, 104-minütige Teil kurz hintereinander in diesem Frühling ins Kino; für den internationalen Vertrieb erstellte Sorrentino indes eine circa zweieinhalbstündige Fassung. Einige dramaturgische Unebenheiten sind womöglich auf diesen Prozess zurückzuführen; die Stärke von "Loro" liegt hingegen zum einen im Visuellen, zum anderen in der Intensität einzelner Sequenzen.

Wenn Sorrentino etwa mit seinem Stammkameramann Luca Bigazzi den MDMA-Rausch auf den Pool-Partys einfängt, die auf Berlusconis Nachbar-Grundstück stattfinden, oder wenn das Duo die Absurdität von Berlusconis gigantischer Sommerresidenz in Sardinien in Bilder fasst, entstehen Aufnahmen, die sich einprägen. Und wenn der von Toni Servillo mit vollem Einsatz verkörperte Berlusconi sich plötzlich wieder auf seine Fähigkeiten als Immobilienverkäufer besinnt und eine Hausfrau am Telefon zum Erwerb eines angeblich geplanten Luxus-Apartments überredet, wird deutlich, wie ein durchaus clownesk wirkender Mann überhaupt so viel Macht erlangen konnte. Spannend sind vor allem die Dialogduelle zwischen dem Protagonisten und dessen Gattin Veronica (überzeugend gespielt von Elena Sofia Ricci). Neben Stella (Alice Pagani) – einer jungen Frau, die dem Party-Exzess zu entgehen versucht – zählt Veronica zu den wenigen Figuren, die Berlusconi mit unangenehmen Wahrheiten über die Peinlichkeit seines Auftretens konfrontieren.

Fazit: Eine filmische Darstellung Silvio Berlusconis – mit erzählerischen Schwächen, aber eindrücklichen Momenten, guten Schauspiel-Leistungen und interessanten Bildideen.




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Land: Italien
Jahr: 2018
Genre: Biopic
Länge: 157 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 15.11.2018
Regie: Paolo Sorrentino
Darsteller: Toni Servillo als Silvio Berlusconi, Elena Sofia Ricci, Riccardo Scamarcio
Verleih: DCM GmbH

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