VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Feuerwehrmann Sam - Plötzlich Filmheld!
Feuerwehrmann Sam - Plötzlich Filmheld!
© Just Bridge Entertainment

Kritik: Feuerwehrmann Sam - Plötzlich Filmheld! (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Feuerwehrmann Sam, der als Held einer Animationsserie und als Spielzeugfigur einen hohen Bekanntheitsgrad bei Kindern im Vorschulalter genießt, bekommt nun seinen dritten Kinoauftritt. Die Regisseure Gary Andrews und Clint Butler haben Sams neues Abenteuer inszeniert, das ihm eine zwiespältige Begegnung mit Hollywoods Traumfabrik beschert. Es folgt auf "Feuerwehrmann Sam: Helden im Sturm" und "Feuerwehrmann Sam: Achtung Außerirdische!". Der britische Animationsfilm richtet sich an die ganz junge Zielgruppe, an die auch seine lediglich 60-minütige Laufzeit angepasst ist. Er vertritt eine klare Botschaft: Die wahren Helden sind nicht beim Film zu finden, sondern im richtigen Leben, etwa bei der Feuerwehr. Damit spricht er Kindern aus der Seele, die ihre ersten großen Vorbilder in handfesten Berufen suchen und beispielsweise eher Bauarbeiter als Schauspieler werden wollen.

So hat Sams Abenteuer auch eine gewisse Ähnlichkeit mit "Bob der Baumeister – Das Mega Team – Der Kinofilm", der 2017 in die Kinos kam. Zwar gab es dort, im Gegensatz zu hier, auch sprechende Autos, aber der Held ähnelte Sam als ehrlicher, hilfsbereiter, zupackender Mensch. Und er hatte wie Sam ebenfalls einen Rivalen, der vor heimtückischer Intrige nicht zurückschreckte. Der Hollywoodstar Flex Dexter ist mit seinen allzu weiß strahlenden Zähnen und dem großspurigen Auftreten der Inbegriff eines eitlen Aufschneiders. Sam hingegen sieht weder besonders attraktiv aus, noch liegt ihm etwas daran, für die Kamera zu posieren. Er verkörpert den rechtschaffenen Provinzbewohner, der großen Wert auf das soziale Miteinander legt.

Ob kleine Kinder alles verstehen, was der Film über reißerische Hollywood-Action, über aufgemotzte Fiktion zu sagen hat, sei dahingestellt. Aber sie werden verstehen, warum Sam lieber mit seinen Kollegen zu einem echten Rettungseinsatz fahren möchte, als nur einen vor der Kamera zu spielen. Verständlich ist auch Sams Erwartung, dass Sicherheit selbst am Filmset vor Risikobereitschaft stehen soll. Diese Botschaft ist pädagogisch ernst gemeint in einer Zeit, in der sogar in Pontypandy Kinder mit ihren Handys herumlaufen und Videomaterial für das Internet aufnehmen.

Die klaren Farben der unaufdringlichen Animation, die arglose Freundlichkeit des Helden, die geradlinige Handlung – alles an diesem Film wirkt einfach gestrickt. Aus Kindersicht ist das durchaus ein Qualitätsmerkmal.

Fazit: Sein drittes Kinoabenteuer bringt den Feuerwehrmann Sam in Kontakt mit Hollywood, denn er soll sich selbst in einem spektakulären Actionfilm spielen, der in Pontypandy gedreht wird. Dabei bekommt er es mit einem hinterlistigen Rivalen zu tun, der gefährliche Sabotage betreibt. Das auf die jüngste Kino-Zielgruppe zugeschnittene Animationsabenteuer überzeugt weitgehend mit seiner inhaltlichen und gestalterischen Einfachheit und Klarheit. Dass Sam lieber seinen Beruf ausüben will, als sich im Ruhm eines Filmhelden zu sonnen, betont nur seinen sympathisch bodenständigen Charakter.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.