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Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand
Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand
© 24 Bilder © KSM GmbH

Kritik: Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der 1843 erschienene Klassiker "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens ist auch heute noch auf der ganzen Welt beliebt. Doch was mag den Schriftsteller des Viktorianischen Zeitalters zu dieser Erzählung über den Geizhals Scrooge und die berühmten Geister der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht inspiriert haben? Auf der Basis des Buchs "The Man Who Invented Christmas" von Les Standiford lässt sich der von Regisseur Bharat Nalluri inszenierte Spielfilm eine so fantasievolle wie in sich stimmige Antwort einfallen. Der mit viel Humor und Charme ausgestatteten Geschichte, die die Drehbuchautorin Susan Coyne verfasste, erwächst aus der Verknüpfung von Realitäts- und Fantasieebene eine beschwingte Dynamik.

Wie schon kürzlich in "Christopher Robin" mit Ewan McGregor als erwachsener Titelfigur, die den sprechenden Stofftierbären Pu aus Kindertagen wiedertrifft, bekommt man auch hier einen Charakter zu sehen, der sich einen kindlich freien Zugang zur Fantasie bewahrt hat. Es ist höchst amüsant, wie Dickens mit Scrooge, der in seinem Zimmer real wird, Streitgespräche führt. Christopher Plummer spielt als Geizhals eine Rolle, die stark an seinen J. Paul Getty in "Alles Geld der Welt" erinnert. Aber hier kann seine Figur bissigen Humor, in dem sich versteckte Menschlichkeit erahnen lässt, zur Geltung bringen. Der Film wirkt ungeheuer reich an Ideen und Handlungssträngen, wenn er die verschiedenen Inspirationsquellen schildert, aus denen Dickens schöpfte. Die Armut der Straßenkinder, der Husten seines kleinen Neffen, das aufgeweckte Kindermädchen gehören dazu, aber auch die fröhliche Fabulierkunst seines Vaters, mit dem er über Kreuz liegt.

Dan Stevens spielt Dickens sehr überzeugend als weltgewandten Mann mit vielen, auch widersprüchlichen Facetten und verleiht ihm eine spielerische Leichtigkeit. Die opulente Ausstattung mit den vielen Schauplätzen im alten London, dem Gewusel auf den Straßen der Stadt, lässt den Film sehr dynamisch wirken. Dieselbe Wirkung geht vom Reißverschlussverfahren aus, das Dickens zwischen Fantasie und Realität anwendet, um seine Geschichte zu erschaffen. Dickens ist ständig in Bewegung zwischen den Welten, sucht, fügt hinzu, verändert, schafft Neues. Der Film folgt ihm mit einer geradezu tänzerischen Eleganz, einer heiteren Lust, sich weiter- und weiterzudrehen. Nalluri versteht es, glänzend und inspiriert zu unterhalten.

Fazit: Unter der Regie von Bharat Nalluri entwickelt diese sehr reizvolle Imagination, wie Charles Dickens seine berühmte "Weihnachtsgeschichte" verfasste, einen raumgreifenden, tänzerischen Schwung. Der Londoner Schriftsteller des 19. Jahrhunderts wird als Mann geschildert, der sich einen kindlichen Zugang zur Fantasie bewahrt hat und mit dem erfundenen Geizhals Scrooge Streitgespräche führt. Der opulente Ausstattungsfilm versetzt sich mit dynamisch verbundenen Handlungssträngen und Schauplätzen, mit Humor und Herz in die Erlebnis- und Vorstellungswelt dieses begnadeten Erzählers.




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