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Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit
Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit
© DCM GmbH

Kritik: Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der Film trägt den Untertitel "An der Schwelle zur Ewigkeit" und ist benannt nach einem der letzten Bilder Van Goghs aus dem Jahr 1890. Im selben Jahr starb der Künstler unter mysteriösen Umständen im Alter von 37 Jahren. Regisseur Julian Schnabel drehte seine Künstlerbiografie zwischen Ende 2017 und Anfang 2018 an Originalschauplätzen in Arles (Bouches-du-Rhône) und in Auvers-sur-Oise (Val-d'Oise). Uraufgeführt wurde der Film im Herbst 2018 bei den Filmfestspielen in Venedig.

Man merkt dem Film an, dass hier ein Regisseur und ein Kameramann am Werk waren, die etwas von Malerei und ihren eigenen Gesetzen verstehen. Julian Schnabel und sein Mitarbeiter hinter der Kamera, Benoit Delhomme ("A most wanted man"), tauchen ihre Bilder in gleißendes, teils flimmerndes Licht und lassen die Leinwand in den leuchtenden, ausdrucksstarken Farben der wundervollen Natur erstrahlen. Damit überführen sie die Kunstform des Impressionismus gewissermaßen nicht nur in erlesene, hypnotische Filmaufnahmen – sie zeigen die Welt, die Landschaften, Obstbäume und die endlosen Felder auch so, wie sie Van Gogh gesehen und wahrgenommen haben könnte.

Schnabel lässt keinen Zweifel daran, dass Van Gogh in Arles zu seinem "reifen Stil" fand. Dass er das, was er in Paris theorisierte, endlich anwenden konnte. In den letzten Lebensjahren, denen sich die Biografie "Van Gogh" widmet, schuf der Maler einige seiner größten und ikonographischsten Arbeiten, darunter "Zypressen" oder auch "Sternennacht". Eine Zeit ungeheurer Kreativität und Schaffenskraft. Doch Schnabel zeigt auch einen Mann, dessen gesundheitlicher Zustand sich zusehends verschlechtert.

Als Spiegelbild des inneren Verfalls dient Schnabel das von tiefen Falten übersäte, zerfurchte Gesicht seines Hauptdarstellers Dafoe, das er immer wieder durch intime Nahaufnahmen ins unmittelbare Blickfeld rückt. Willem Dafoe ist hier in einer seiner bisher überzeugendsten Rollen überhaupt zu sehen. Er verkörpert die gepeinigte, von der Depression gequälte Künstlerseele, die zwischen Wahn und heller Lebensfreude hin und her schwankt, jederzeit glaubhaft und nachdrücklich.

Fazit: Vielschichtiges, ergreifendes Porträt eines Jahrhundertgenies, getragen von einem meisterhaften Hauptdarsteller.




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