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Die Blüte des Einklangs (2018)

Voyage à Yoshino

Drama: Eine Frau aus Frankreich ist in den Wäldern der Präfektur Nara auf der Suche nach einer seltenen, Heilung versprechenden Pflanze.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Zusammen mit ihrer jungen japanischen Assistentin Hana (Minami) begibt sich die Französin Jeanne (Juliette Binoche) in die Präfektur Nara, wo sich die Yoshino-Berge befinden. Sie glaubt, dort eine Pflanze aufspüren zu können, die angeblich nur einmal in 997 Jahren erblüht und dazu fähig sein soll, den Menschen von allen Schmerzen zu befreien. Auf ihrer Suche treffen die beiden Frauen auf den 48-jährigen Tomo (Masatoshi Nagase), der seit 20 Jahren in dieser Gegend wohnt. Sie bitten ihn, für ein paar Tage bei ihm unterkommen zu dürfen.

Jeanne und Hana lernen Aki (Mari Natsuki) – eine blinde Bekannte von Tomo, die nach eigener Aussage schon "1000 Jahre alt" ist – kennen; überdies kommen sich Jeanne und Tomo alsbald näher. Doch Jeanne trägt schmerzvolle Erinnerungen mit sich herum, weshalb die Suche nach der seltenen Pflanze immer dringlicher wird.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Die Blüte des Einklangs" ist das neue Werk der 1969 geborenen japanischen Filmemacherin Naomi Kawase ("Still the Water", "Kirschblüten und rote Bohnen"). In kunstvoll verschachtelter Form erzählt die Drehbuchautorin und Regisseurin von Liebe sowie von der Entstehung und Zerstörung von Leben. Mit einfühlsamem Blick betrachtet sie ihre Figuren, die nach Erlösung und Glück, nach einer Befreiung von ihren (inneren) Schmerzen suchen.

Zu einer wichtigen Protagonistin wird dabei die Natur. Gemeinsam mit ihrem Kameramann Dodo Arata findet Kawase äußerst beeindruckende Einstellungen, um die Schönheit der Wälder in der Präfektur Nara einzufangen – und zugleich die Gewalt zu zeigen, die der Umwelt durch Menschenhand angetan wird. Mal ertönen Kettensägen, mal wird das Rauschen des Waldes zu einer einnehmenden Musik, zu der die Bäume zu tanzen scheinen. Die Kombination aus Kamerafahrten, Panorama-Bildern, Groß- und Detailaufnahmen erzeugt einen Sog, welcher durch die teilweise assoziative Montage noch intensiviert wird. Während die Suche der Französin Jeanne nach einer raren Pflanze voranschreitet, verschmelzen Zeit und Raum durch eingestreute Rückblenden miteinander. Für zusätzliche Spannung sorgen die wechselnden Figurenkonstellationen – etwa wenn plötzlich der jungen Rin (Takanori Iwata) auftaucht und die Zweisamkeit von Jeanne und dem zurückgezogenen Bewohner Tomo durcheinanderbringt.

Juliette Binoche ("Der englische Patient", "Chocolat") mutet als Jeanne zunächst durchaus aufdringlich an, wenn sie sich bei dem introvertierten Tomo einquartiert. Erst allmählich entbergen sich die Hintergründe von Jeannes fieberhafter Suche, wodurch die Vielschichtigkeit der Rolle erkennbar wird. Die Liebesszenen zwischen Jeanne und dem von Masatoshi Nagase ("The Hidden Blade") verkörperten Tomo sind mit Feingefühl gefilmt. Eine eindrückliche Leistung liefert zudem Mari Natsuki als Tomos weise Bekannte.

Fazit: Ein komplexes Drama über den Wunsch nach (Schmerz-)Freiheit, mit großartigen Naturaufnahmen und interessanten, gut gespielten Figuren.




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Land: Frankreich, Japan
Jahr: 2018
Genre: Drama
Länge: 109 Minuten
Kinostart: 14.02.2019
Regie: Naomi Kawase
Darsteller: Juliette Binoche als Jeanne, Masatoshi Nagase als Satoshi, Takanori Iwata als Rin
Verleih: Neue Visionen

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