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Die Blüte des Einklangs
Die Blüte des Einklangs
© Neue Visionen

Kritik: Die Blüte des Einklangs (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Die Blüte des Einklangs" ist das neue Werk der 1969 geborenen japanischen Filmemacherin Naomi Kawase ("Still the Water", "Kirschblüten und rote Bohnen"). In kunstvoll verschachtelter Form erzählt die Drehbuchautorin und Regisseurin von Liebe sowie von der Entstehung und Zerstörung von Leben. Mit einfühlsamem Blick betrachtet sie ihre Figuren, die nach Erlösung und Glück, nach einer Befreiung von ihren (inneren) Schmerzen suchen.

Zu einer wichtigen Protagonistin wird dabei die Natur. Gemeinsam mit ihrem Kameramann Dodo Arata findet Kawase äußerst beeindruckende Einstellungen, um die Schönheit der Wälder in der Präfektur Nara einzufangen – und zugleich die Gewalt zu zeigen, die der Umwelt durch Menschenhand angetan wird. Mal ertönen Kettensägen, mal wird das Rauschen des Waldes zu einer einnehmenden Musik, zu der die Bäume zu tanzen scheinen. Die Kombination aus Kamerafahrten, Panorama-Bildern, Groß- und Detailaufnahmen erzeugt einen Sog, welcher durch die teilweise assoziative Montage noch intensiviert wird. Während die Suche der Französin Jeanne nach einer raren Pflanze voranschreitet, verschmelzen Zeit und Raum durch eingestreute Rückblenden miteinander. Für zusätzliche Spannung sorgen die wechselnden Figurenkonstellationen – etwa wenn plötzlich der jungen Rin (Takanori Iwata) auftaucht und die Zweisamkeit von Jeanne und dem zurückgezogenen Bewohner Tomo durcheinanderbringt.

Juliette Binoche ("Der englische Patient", "Chocolat") mutet als Jeanne zunächst durchaus aufdringlich an, wenn sie sich bei dem introvertierten Tomo einquartiert. Erst allmählich entbergen sich die Hintergründe von Jeannes fieberhafter Suche, wodurch die Vielschichtigkeit der Rolle erkennbar wird. Die Liebesszenen zwischen Jeanne und dem von Masatoshi Nagase ("The Hidden Blade") verkörperten Tomo sind mit Feingefühl gefilmt. Eine eindrückliche Leistung liefert zudem Mari Natsuki als Tomos weise Bekannte.

Fazit: Ein komplexes Drama über den Wunsch nach (Schmerz-)Freiheit, mit großartigen Naturaufnahmen und interessanten, gut gespielten Figuren.




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