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Here to be heard - The Story of the Slits
Here to be heard - The Story of the Slits
© Filmokratie

Kritik: Here to be heard - The Story of the Slits (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In "Here to Be Heard – The Story of the Slits" schildert William E. Badgley die Geschichte der 1976 gegründeten Punk-Reggae-Band The Slits. Diese bestand (nach diversen Umbesetzungen im ersten Jahr) zunächst aus vier jungen Frauen: Paloma "Palmolive" Romero, Ariane "Ari Up" Forster, Tessa Pollitt und Viv Albertine. 1981 kam es zur Trennung, 2005 zu einer Reunion von Sängerin Ariane Forster und Bassistin Tessa Pollitt. 2010 verstarb die in München geborene Forster im Alter von 48 Jahren an Brustkrebs. Badgley, der nach einem Film über die Post-Hardcore-Band Karp aus dem Jahre 2011 sein zweites Werk vorlegt, widmet der Leadsängerin seine dokumentarische Betrachtung, in welcher alle weiteren (Ex-)Bandmitglieder sowie diverse Personen aus dem Umfeld zu Wort kommen.

Badgley lässt Tessa Pollitt in einem alten Album blättern, in dem die Musikerin zahlreiche Fotos, Zeitungsartikel und Flyer gesammelt hat – und zeichnet anhand dieser Erinnerungsstücke sowie mit Videoaufnahmen aus der damaligen Zeit und den Ausführungen der Interviewten die Entstehung und den Werdegang samt musikalischer Neuorientierung von The Slits nach. Der Film verdeutlicht den anarchischen Charakter der Band – welcher durch die Tatsache, dass sie zunächst rein weiblich besetzt war, noch verstärkt wurde: "Men owned the world", erklärt die Gitarristin Viv Albertine an einer Stelle. Die Punk-Einstellung der jungen Frauen wurde daher als besonders schockierend, aber auch befreiend empfunden.

Neben diesen spannenden Einsichten in die 1970er und beginnenden 1980er Jahre liegt der Reiz von "Here to Be Heard" auch im Blick auf die Gegenwart. So ist die Bandgründerin und einstige Drummerin Paloma Romero heute eine gläubige Christin, die der Kirche eng verbunden ist. Die Gitarristin Viv Albertine hat wiederum eine Autobiografie veröffentlicht, in welcher sie sich mit ihrer Karriere befasst.

Fazit: Ein sehenswerter Dokumentarfilm über die Band The Slits, der sich durch Foto- und Videomaterial sowie durch Interviews mit einer stilprägenden Ära auseinandersetzt.




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