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Der Flohmarkt von Madame Claire (2018)

Le dernier vide-grenier de Claire Darling

Spielfilm über eine alte Frau, die in die Demenz abgleitet, und ihre Tochter.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Madame Claire (Catherine Deneuve) ist davon überzeugt, dass der letzte Tag ihres Lebens gekommen ist. Sie veranstaltet einen Flohmarkt im Garten ihrer Villa, auf dem sie wertvolle Antiquitäten, mechanische Puppen, Gemälde, Krimskrams für einen Spottpreis verhökert. Alarmiert benachrichtigt die Dorfbewohnerin Martine (Laure Calamy) ihre frühere Schulfreundin, Madame Claires Tochter Marie (Chiara Mastroianni). Marie kommt nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder nach Hause und wird von der Mutter mit dem Vorwurf konfrontiert, einen wertvollen alten Ring mitgenommen zu haben, als sie in ihrer Jugend wegging. Umsonst beteuert Marie, den Ring nicht gestohlen zu haben, die Mutter bleibt unnahbar und kurz angebunden.

Marie erinnert sich an Szenen ihrer Kindheit, die bereits von der Unnahbarkeit der Mutter (Alice Taglioni als junge Claire) überschattet war. Claires ganze Liebe galt den mechanischen Puppen und anderen Sammlerstücken, die sie für teures Geld erwarb. Die Familie zerbrach nach dem tragischen Tod von Maries Bruder Martin (Simon Thomas). Auch Claire wird von Erinnerungen heimgesucht – und von Schuldgefühlen. Wird sie ihrer Tochter das Zeichen der Zuneigung geben können, nach dem sie sich so sehnt?

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Lange hat die alte Madame Claire nun schon allein in ihrem großen Haus gelebt, nur von den schönen Dingen umgeben, die sie leidenschaftlich sammelte. Die Tochter verließ das Haus in ihrer Jugend, der Sohn und der Mann waren da schon verstorben. Nun aber kehrt die Tochter Marie wieder zurück, weil die Mutter das Haus leerräumt, als besäße nichts darin mehr einen Wert. Die französische Regisseurin Julie Bertuccelli ("Seit Otar fort ist") hat mit Catherine Deneuve und ihrer Tochter Chiara Mastroianni in den Hauptrollen ein sensibles Mutter-Tochter-Drama inszeniert, das auf dem Roman "Faith Bass Darling‘s Last Garage Sale" von Lynda Rutledge basiert.

Catherine Deneuve spielt die Rolle der alten Claire großartig, die voller Elan und Leben stecken kann und dennoch geistig nicht mehr voll da ist. Der Film lässt dieser Claire ihre Geheimnisse, er blickt nur indirekt in ihre Seele, um die es dennoch die ganze Zeit über geht. Sowohl Claire, als auch ihre Tochter Marie erinnern sich immer wieder an Szenen aus dem Familienleben, die sich nur zögerlich verdichten, hin zu einem traumatischen Ereignis, das sich zwischen Mutter und Tochter schob. Eine zentrale Rolle in ihrer Beziehung spielen die Uhr mit dem Elefanten, welche die Mutter einst dem kleinen Mädchen ins Zimmer stellte, und ein Ring, der beiden viel bedeutet. Rätselhaft bleibt die Identität eines kleinen Mädchens, das durch den Garten der alten Claire huscht und ein paar Schätze für ihr Versteck stibitzt.

Am Ende ihres Lebens sieht Claire vielleicht klarer, dass die schönen alten Objekte nur etwas bedeuteten, solange es noch eine Familie gab. Aber vielleicht stimmt auch das nicht. Die mechanischen Puppen, die wertvollen Dinge, von denen das Haus voll ist, verleihen dem Film jedenfalls eine sehr sinnliche, nostalgische Atmosphäre. Das tröstliche Wohlgefühl, das Claire bei ihnen suchte, teilt sich den Zuschauern mit. Das verrutschte Zeitempfinden, das Claires Bewusstsein, aber auch den Film prägt, wird sehr ansprechend visualisiert, indem die Person, die sich an früher erinnert, oft ihrer jüngeren Ausgabe in Aktion zuschaut und dabei selbst im Bild erscheint. Die große Catherine Deneuve sorgt dafür, dass all das nicht nur ziemlich versponnen wirkt.

Fazit: Unter der Regie von Julie Bertuccelli gerät dieses auf einem Roman von Lynda Rutledge basierende Drama, in dem eine alte Frau Abschied vom Leben nimmt, zu einer bewegenden Mutter-Tochter-Geschichte. Catherine Deneuve und ihre Tochter Chiara Mastroianni spielen das entfremdete Gespann, das sich nach langer Trennung wiederbegegnet. Die Inszenierung wirkt reizvoll, weil die Titelfigur ihre Rätselhaftigkeit behalten darf, die der Tochter zu schaffen macht. Außerdem verleihen die vielen von Claire gesammelten mechanischen Puppen und Antiquitäten dem Film einen nostalgischen Wohlfühlcharakter.




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Land: Frankreich
Jahr: 2018
Genre: Drama
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 02.05.2019
Regie: Julie Bertucelli
Darsteller: Catherine Deneuve als Claire Darling, Chiara Mastroianni als Marie Darling, Alice Taglioni als Claire Darling jeune
Verleih: Neue Visionen

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