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Der seltsame Klang des Glücks (2018)

Musikalischer Roadtrip: deutsch-italienischer Dokumentarfilm über einen Filmemacher in der Krise und seine Maultrommel.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Von seiner Freundin verlassen und arbeitslos kehrt Diego Pascal Panarello zu seinen Eltern nach Sizilien zurück. Seine Tage verbringt er antriebslos am Meer, beim Schwimmen, Tauchen und beim Lauschen der Zikaden. Fasziniert vom Klang der Maultrommel, die ihren sizilianischen Namen mit den Zikaden teilt, begibt sich der Filmemacher auf die Suche nach dem Glück. Lange glaubt er, es in dem unscheinbaren Instrument gefunden zu haben, dem er nachforscht.

Diego fährt nach Paris, um sich mit Spiridon Shishigin, dem berühmtesten Maultrommelspieler der Welt, zu unterhalten. Anschließend reist er in Spiridons Heimat Jakutien, trifft dort Spiridons Bruder Nicolay, der ein Maultrommelmuseum leitet, und Meister Chemchoev, einen Schmied, der für Diego eine eigene Maultrommel anfertigen soll. Der Meister lässt sich auf einen Deal mit Diego ein: Er schmiedet dem Fremden ein Instrument, wenn dieser im Gegenzug die Maultrommel und Jakutien in der Welt bekannt macht. Ist Diego gar der Heilsbringer aus einer alten Prophezeiung?

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Wer zum ersten Mal eine Maultrommel hört, könnte tatsächlich glauben, dass dieses Instrument nicht von dieser Welt stammt. Der schon im Filmtitel als seltsam beschriebene, sphärische Klang erinnert mehr an digitale denn an analoge Musik. Einen Science-Fiction-Film könnte man gut damit untermalen. Da verwundert es wenig, dass sowohl die Bewohner Jakutiens als auch der Regisseur, Erzähler und Protagonist Diego Pascal Panarello wiederholt einen außerirdischen Ursprung der Maultrommel ins Spiel bringen – nicht immer ernst gemeint, wohlgemerkt; und bei Panarello stets mit einem schelmischen Grinsen und einem ironischen Augenzwinkern versehen.

Die Ironie steht Panarello gut zu Gesicht. Viel zu viele Werke von Dokumentarfilmenden, die sich und ihre eigene Sinnsuche in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellen, geraten allzu schnell zur selbstbemitleidenden, wohlfühlenden und -meinenden, pathetischen oder prätentiösen Nabelschau. Panarello macht aus seiner filmischen Selbsttherapie von vornherein keinen Hehl und nimmt seinen Egotrip mehr als einmal auf den Arm.

Auch formal kann sich "Der seltsame Klang des Glücks" sehen lassen. Durch seine Mischung aus poetisch-nachdenklichem Off-Kommentar, traumgleich montierten Bildern und der sphärischen Musik driftet der Film wiederholt ins Traumhafte ab. Leider hält Panarello diese Stimmung nicht bis zum Schluss durch. Spätestens nach der Hälfte der Laufzeit dreht sich diese Doku zunehmend im Kreis. Dafür erhalten die Zusehenden gleichermaßen aufschlussreiche wie abwechslungsreiche Infos über ein ebenso einfaches wie faszinierendes Instrument.

Fazit: "Der seltsame Klang des Glücks" ist die persönliche Glückssuche eines Filmemachers. Anders als viele vergleichbare Dokumentarfilme packt der Regisseur Diego Pascal Panarello diesen altbekannten Ansatz ironisch und formal verspielt an. Letztlich dreht sich sein Film allerdings (zu) schnell im Kreis.




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Land: Deutschland, Italien
Jahr: 2018
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 31.10.2019
Regie: Diego Pascal Panarello
Verleih: Arsenal

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