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Der seltsame Klang des Glücks
Der seltsame Klang des Glücks
© Arsenal

Kritik: Der seltsame Klang des Glücks (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wer zum ersten Mal eine Maultrommel hört, könnte tatsächlich glauben, dass dieses Instrument nicht von dieser Welt stammt. Der schon im Filmtitel als seltsam beschriebene, sphärische Klang erinnert mehr an digitale denn an analoge Musik. Einen Science-Fiction-Film könnte man gut damit untermalen. Da verwundert es wenig, dass sowohl die Bewohner Jakutiens als auch der Regisseur, Erzähler und Protagonist Diego Pascal Panarello wiederholt einen außerirdischen Ursprung der Maultrommel ins Spiel bringen – nicht immer ernst gemeint, wohlgemerkt; und bei Panarello stets mit einem schelmischen Grinsen und einem ironischen Augenzwinkern versehen.

Die Ironie steht Panarello gut zu Gesicht. Viel zu viele Werke von Dokumentarfilmenden, die sich und ihre eigene Sinnsuche in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellen, geraten allzu schnell zur selbstbemitleidenden, wohlfühlenden und -meinenden, pathetischen oder prätentiösen Nabelschau. Panarello macht aus seiner filmischen Selbsttherapie von vornherein keinen Hehl und nimmt seinen Egotrip mehr als einmal auf den Arm.

Auch formal kann sich "Der seltsame Klang des Glücks" sehen lassen. Durch seine Mischung aus poetisch-nachdenklichem Off-Kommentar, traumgleich montierten Bildern und der sphärischen Musik driftet der Film wiederholt ins Traumhafte ab. Leider hält Panarello diese Stimmung nicht bis zum Schluss durch. Spätestens nach der Hälfte der Laufzeit dreht sich diese Doku zunehmend im Kreis. Dafür erhalten die Zusehenden gleichermaßen aufschlussreiche wie abwechslungsreiche Infos über ein ebenso einfaches wie faszinierendes Instrument.

Fazit: "Der seltsame Klang des Glücks" ist die persönliche Glückssuche eines Filmemachers. Anders als viele vergleichbare Dokumentarfilme packt der Regisseur Diego Pascal Panarello diesen altbekannten Ansatz ironisch und formal verspielt an. Letztlich dreht sich sein Film allerdings (zu) schnell im Kreis.




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