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Lindenberg! Mach Dein Ding!
Lindenberg! Mach Dein Ding!
© DCM GmbH

Kritik: Lindenberg! Mach Dein Ding! (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Hermine Huntgeburth gelang es, für ihr Lindenberg-Biopic eine ganze Reihe namhafter Schauspieler vor der Kamera zu versammeln: von Julia Jentsch und Charly Hübner über Max von der Groeben bis hin zu Detlev Buck. Die Hauptrolle spielt der 23-jährige Jan Bülow, der zuletzt in Christian Alvarts Film "Abgeschnitten" im Kino zu sehen war.

Mit großer Sorgfalt und Akribie berichtet Huntgeburth von den prägenden Lebensstationen und -ereignissen im Leben Lindenbergs. Und zwar bis 1973, was den großen Reiz des Films ausmacht. Denn viele Menschen kennen die legendären Geschichten um Lindenberg, die sich seit den 70er-Jahren abspielten (die WG-Zeit mit Otto Waalkes, das legendäre Konzert in Ost-Berlin 1983, die Beziehung zu NDW-Star Nena). Von den großen Hits seitdem ("Sonderzug nach Pankow", Horizont" etc.) ganz zu schweigen. Doch die exakte Entwicklungsgeschichte Lindenbergs hin zum Star ist doch weit weniger geläufig und wohl nur langjährigen Fans des Musikers bekannt.

Und so handelt "Mach dein Ding" unter anderem von Lindenbergs Nachkriegs-Kindheit in der Einöde Westfalens, von seiner Zeit als Schlagzeuger in Clubs nahe der lybischen Stadt Tripolis, der missglückten Kellner-Ausbildung in Düsseldorf sowie den wilden Jahren auf St. Pauli ab den späten 60ern. Einer Phase im Leben des begabten Jazz-Trommlers, in der er die Vorzüge des Party-Lebens kennenlernte, den Grundstein für die Gründung des Panikorchesters legte und nie seinen großen Traum vom Profi-Musiker aus den Augen verlor. Darüber hinaus erfährt man, was (und vor allem wer) Lindenberg zu einigen seiner bekanntesten Stücke inspirierte (etwa "Cello" oder "Mädchen aus Ostberlin).

Huntgeburth manövriert den Zuschauer dabei stets wahrhaftig in die jeweilige Zeit und Umgebung, da sie auf ein realistisches Setting mit tollen Dekors und authentischen Requisiten setzt. Verlassen kann sie sich zudem auf ein tolles Ensemble ideal besetzter Darsteller. Das beginnt beim herrlich großspurig auftretenden Detlev Buck als Plattenproduzent über Charly Hübner als allmählich dem Alkohol zum Opfer fallender Lindenberg-Vater bis hin zu Hauptdarsteller Jan Bülow, der den Musiker mit all seinem ansteckenden Optimismus und der typisch schnoddrigen Art sehr glaubwürdig darstellt.

Fazit: Liebevoll umgesetzte und besonnen erzählte Geschichte über die Reifung und Entwicklung eines unterschätzten Kneipen-Schlagzeugers zu einem der größten deutschen Rockstars.




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