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Kritik: Tides (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit dem Endzeit-Thriller "Hell" (2011) drehte der Schweizer Regisseur und Autor Tim Fehlbaum, der zwischen 2002 und 2009 in München studiert hat, einen bemerkenswerten, audiovisuell sehr ambitionierten Genrefilm, in dem Stars wie Hannah Herzsprung, Lars Eidinger und Angela Winkler auftraten. Seine Stilsicherheit beweist Fehlbaum nun mit "Tides" erneut. Dabei konnte er – neben Roland Emmerich als ausführenden Produzenten – auch einen Großteil seiner Crew (von der Bildgestaltung über die Musik bis hin zur Montage und zum Kostümdesign) ein weiteres Mal gewinnen.

Wieder hat er, diesmal zusammen mit Mariko Minoguchi ("Mein Ende. Dein Anfang."), ein dystopisches und postapokalyptisches Setting erdacht. Während "Hell" diverse Horror-Elemente aufwies, ist "Tides" stärker im Science-Fiction-Bereich zu verorten. Auf narrativer Ebene wird etliches nur angedeutet; in einigen Momenten hätten die Hintergrundgeschichte und der düstere Weltentwurf durchaus etwas mehr Tiefe bedurft. In die detailreiche optische Gestaltung floss indes erkennbar viel Herzblut. Die Erde, die ein einziges Wattenmeer zu sein scheint, und die Art und Weise, wie sich die Überlebenden darin zurechtzufinden versuchen, werden von Kameramann Markus Förderer faszinierend eingefangen; der Score von Lorenz Dangel sorgt für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Nora Arnezeder ("Der Dieb der Worte", "Alexandre Ajas Maniac") verkörpert die Astronautin Louise Blake mit der nötigen Energie. Wir erfahren nur wenig über den Background der Figur; dennoch verleiht die in Frankreich geborene Schauspielerin der Rolle eine Seele. Auch die übrige internationale Besetzung, darunter der Schotte Iain Glen ("Game of Thrones"), der Schweizer Joel Basman ("Wir sind jung. Wir sind stark.") und die Dänin Sarah-Sofie Boussnina ("1864 – Liebe und Verrat in Zeiten des Krieges"), agiert solide.

Fazit: Inhaltlich oft zu vage – aber visuell sehr einnehmend und obendrein gut besetzt, insbesondere mit Nora Arnezeder in der Hauptrolle.




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