Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Ein Becken voller Männer
Ein Becken voller Männer
© Studiocanal

Kritik: Ein Becken voller Männer (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Ein Becken voller Männer" hat der als Schauspieler bekannte Gilles Lellouche ("Das Leben ist ein Fest") seinen ersten Spielfilm in Solo-Regie umgesetzt. Das Thema eines männlichen Synchronschwimm-Teams wurde bereits in der schwedischen Tragikomödie "Männer im Wasser" (2008) sowie in dem Dokumentarfilm "Men Who Swim" (2010) und in der britischen Produktion "Swimming with Men" (2018) behandelt; dennoch gelingt es Lellouche und seinen Co-Drehbuchautoren Ahmed Hamidi und Julien Lambroschini, den Stoff spannungsreich zu erzählen.

Dies liegt vor allem daran, dass das Werk zwar durchaus die Komik nutzt, die sich daraus ergibt, dass sich Männer im sogenannten "besten Alter" am Wasserballett probieren; dass es aber letztlich seine Figuren ernst nimmt und es sich sowohl den privaten als auch den beruflichen Situationen der Protagonisten mit der nötigen Empathie widmet. So werden psychische Erkrankungen ebenso geschildert wie gescheiterte Karrieren. Während etwa der arbeitslose Bertrand an einer Depression leidet, muss der prahlerische Marcus erkennen, dass er mit seinem Geschäft kurz vor dem Bankrott steht. Einfühlsam dargestellt wird auch der Alltag des wenig erfolgreichen Musikers Simon, der in einem Campingwagen wohnt und in der Schulkantine jobbt. Neben den männlichen Rollen wird insbesondere auch der Trainerin Delphine Raum gegeben: Die einst vielversprechende Sportlerin hat den Kampf gegen die Alkoholsucht gewonnen und versucht nun, alle Energie in das Team zu stecken.

Dass der Mix aus Humor und Tragik so gut funktioniert, ist nicht zuletzt dem Ensemble zu verdanken. Mathieu Amalric ("Schmetterling und Taucherglocke"), Guillaume Canet ("Liebe mich, wenn du dich traust") und Jean-Hugues Anglade ("Die Bartholomäusnacht") verleihen ihren Parts Würde, Benoît Poelvoorde ("Das brandneue Testament") sorgt für witzige Momente – und Virginie Efira ("Birnenkuchen mit Lavendel") sowie Leïla Bekhti ("Bevor der Winter kommt") liefern stimmige Unterstützung. Die Interaktion der Figuren ist überaus charmant.

Fazit: Eine sympathische Underdog-Tragikomödie, die sich auf ihre Figuren konzentriert und auch schauspielerisch überzeugt.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.