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The Kitchen: Queens Of Crime
The Kitchen: Queens Of Crime
© Warner Bros.

Kritik: The Kitchen: Queens Of Crime (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "The Kitchen" realisierte Drehbuchautorin Andrea Berloff ihr Filmdebüt als Regisseurin. Einen Namen machte sie sich durch ihr von der Kritik gefeiertes Drehbuch für das Hip-Hop-Biopic "Straight outta Compton". Das Krimi-Drama beruht auf der gleichnamigen Comic-Vorlage aus dem Hause DC/Vertigo. Gerüchten zufolge arbeitet Berloff seit einiger Zeit an einem Skript für einen neuen Conan-Film mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle.

Im Grunde erzählt "The Kitchen" eine feministische Geschichte. Es geht um drei von ihren Männern sträflich vernachlässigte Frauen, deren Aufgabe bislang einzig in der Kindererziehung bestand. Die pflichterfüllende Rolle als Hausfrau und Mutter spielten Ruby, Claire und Kathy in ihrem bisherigen Leben tadellos. Dann erhalten sie plötzlich die Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und endlich zu mehr Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit zu gelangen. Dass Claire, Kathy und Ruby dies aber ausgerechnet mit moralisch verwerflichen, verbrecherischen Aktivitäten und sogar (durchaus brutal inszenierten) Gewalttaten gelingt, ist jedoch ein großes Problem des Films.

Nicht nur, dass die innerhalb kürzester Zeit vonstattengehende Reifung der Damen von unbedarften, schüchternen Hausfrauen zu rücksichtlosen, gewalttätigen Schutzgeld-Erpresserinnen reichlich unglaubwürdig ausfällt. Die Art und Weise, wie der Film deren fragwürdige Vorgehensweisen und Methoden verharmlost, trivialisiert und letztlich mit Geldsorgen rechtfertigt, ist darüber hinaus ärgerlich und absolut unnötig. Hinzu kommen einige fatale Wendungen, die der Dramaturgie alles andere als gut bekommen – gerade im letzten Drittel des alles in allem wenig mitreißenden Gangster-Dramas.

Die darstellerischen Leistungen sind immerhin ansprechend, auch wenn es nach wie vor nicht leicht fällt, der Comedy-Queen Melissa McCarthy ernste, auf Tiefgründigkeit angelegte Rollen abzunehmen. Zu guter Letzt bietet der Film dann auch noch einige belanglose, für die eigentliche Handlung irrelevante Nebenstränge, etwa wenn sich Claire von einem ebenso psychopathisch angehauchten wie charismatischen Profi-Killer zur Tötungsmaschine ausbilden lässt. Kitschige romantische Gefühle inbegriffen.

Fazit: In allen Belangen enttäuschend: Das Gangster-Drama "The Kitchen" scheitert an seiner problematischen Botschaft, den undurchsichtigen und verzichtbaren Nebenhandlungen sowie einem ernsten Tonfall, der aufgesetzt und wenig authentisch wirkt.




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