oder

Impulso (2017)

Dokumentarfilm über Rocío Molina, eine Erneuerin des Flamenco, und ihren eigenwilligen Tanzstil, den sie auf den Namen "Impulso" getauft hat.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Schon mit drei Jahren steht die 1984 in Málaga geborene Rocío Molina zum ersten Mal auf der Bühne und nimmt das Tanzen sehr ernst. Obwohl sie mit ihrer kleinen und breitschultrigen Statur nicht dem Bild einer klassischen Flamencotänzerin entspricht, absolviert sie eine Ausbildung am Real Conservatorio de Danza de Madrid, die sie mit 17 Jahren abschließt. Durch ihre Offenheit für andere Musikrichtungen und Improvisationen entwickelt sie sich zu einer der wichtigsten Erneuerinnen des Flamencotanzes. Seit 2014 ist sie assoziierte Künstlerin am Théâtre national de Chaillot in Paris.

Dort hat Regisseur Emilio Belmonte die Tänzerin und Choreografin besucht. Er blickt ihr und ihren Musikern bei den Proben von Molinas Stück "Caída del Cielo" ("Vom Himmel gefallen"), während längerer Vorbereitungsphasen in einem Landhaus in Huesca und bei Auftritten quer durch Europa über die Schulter. Neben Molina, ihren Musikern und Wegbegleitern kommen ihre Eltern zu Wort.

Bildergalerie zum Film

ImpulsoImpulsoImpulsoImpulsoImpulsoImpulso


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Rocío Molina gilt als Erneuerin des Flamenco. Warum, das erfährt Emilio Belmontes Publikum nicht. Wer sich mit Tanz im Allgemeinen und Flamenco im Speziellen nicht auskennt, kann Molinas Einfluss nur erahnen: ihre Provokationen durch ihre ungewöhnliche Statur, durch ihre Umkehrung der Rollenbilder und durch ihren improvisierten Stil. Denn Molinas andalusischer Landsmann, der ihr zwei Jahre lang bei der Arbeit über die Schulter geblickt hat, verharrt stets im Hier und Jetzt. Belmontes Film taucht weder in Molinas noch in die Vergangenheit des Flamenco ein.

Überhaupt hält sich der Regisseur zurück. "Impulso" kommt ganz ohne Kommentar und Rückfragen aus. Auf zusätzliche Musik verzichtet er ebenso wie auf Archivmaterial. Er beobachtet still und überlässt den Protagonisten den Raum, wodurch viel über Molinas Arbeitsweise, aber kaum etwas über ihre Beweggründe, über ihre Gedankengänge und Gefühle vermittelt wird. Denn ganz anders als während ihrer Choreografien, in denen sie sich verliert und ihr Innerstes nach außen kehrt, ist das Energiebündel abseits der Bühne still und zurückhaltend.

Wer mehr über den Menschen und die Privatperson Rocío Molina erfahren möchte, wird von "Impulso" enttäuscht. Wer einen gelungenen Tanzfilm sehen will, liegt genau richtig. Die großartigen, von den Kameraleuten Dorian Blanc und Thomas Brémond in ausladenden Einstellungen eingefangenen Choreografien übertragen die Intensität und Impulsivität der Protagonistin mühelos von der Leinwand in den Kinosaal. Selbst wem der Flamenco völlig fremd ist, kann sich Molinas Rhythmus, der Kraft und dem schier irrsinnigen Tempo ihrer Beine kaum entziehen. Wenn Molina auf der Bühne explodiert, entschädigt das für die vielen Lücken in diesem Porträt, das mehr Tanz- als Dokumentarfilm ist.

Fazit: Wer ein filmisches Porträt von Rocío Molina erwartet, wird enttäuscht. Dafür bohrt Regisseur Emilio Belmonte nicht tief genug. "Impulso" ist mehr Tanz- als Dokumentarfilm, der großartige Musik und noch größere Tänze bietet.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Impulso

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Spanien, Frankreich
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Länge: 85 Minuten
Kinostart: 14.02.2019
Regie: Emilio Belmonte
Darsteller: Rocío Molina, Antonio Santiago Amador
Verleih: Arsenal

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.