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Mid90s (2018)

Coming-of-Age-Drama: Im Los Angeles der 1990er Jahre wird ein Teenager Teil einer Skater-Gang.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Los Angeles, Mitte der 1990er Jahre: Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Dabney (Katherine Waterston) und seinem älteren (Halb-)Bruder Ian (Lucas Hedges) in einer kleinen Wohnung. In einem Skateshop begegnet er einer jugendlichen Clique und bemüht sich um Anschluss. Durch den gleichaltrigen Ruben (Gio Galicia) gelingt es Stevie, mit den anderen drei Gang-Mitgliedern in Kontakt zu kommen: Ray (Na-kel Smith) ist der coole Anführer, Fuckshit (Olan Prenatt) ein großer Sprücheklopfer – und Fourth Grade (Ryder McLaughli) filmt alle gemeinsamen Aktionen mit einer Videokamera.

Zum ersten Mal fühlt sich Stevie einer Gruppe zugehörig. Er lernt Skateboarding, macht erste Erfahrungen mit Mädchen – aber auch mit Alkohol, Zigaretten und Drogen. Dabney ist zunehmend besorgt um ihren Sohn, kann jedoch nicht verhindern, dass dieser sich mehr und mehr von seinem Zuhause löst.

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Mid90s - vorn im Bild: Jonah Hill beim DrehMid90s - v.l. Ray (Na-kel Smith), Fuckshit (Olan...ljic)Mid90s - v.l. Ian (Lucas Hedges), Stevie (Sunny Suljic)Mid90s - Stevie (Sunny Suljic)Mid90s - front: Ray (Na-kel Smith), Fuckshit (Olan...icia)Mid90s - v.l. Ray (Na-kel Smith), Fuckshit (Olan Prenatt)


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Mid90s" ist das Filmregie-Debüt des Schauspielers Jonah Hill ("21 Jump Street", "The Wolf of Wall Street"), der auch das Drehbuch verfasste. Er erzählt darin vom Erwachsenwerden – und siedelt die Geschichte in der eigenen Geburtsstadt sowie in jener Dekade an, in welcher er selbst ein Jugendlicher war. Sein Werk ist jedoch keine Autobiografie, sondern ein äußerst authentisch wirkendes Zeitstück mit vielschichtigem Personal und originellen Bildern.

Das schwierige, zum Teil extrem brutale Verhältnis zwischen dem adoleszenten Protagonisten Stevie und dessen Bruder Ian wird ebenso komplex gezeichnet wie die ambivalente Rolle der alleinerziehenden Mutter, die von Katherine Waterston ("Inherent Vice") sehr überzeugend verkörpert wird. In der Schilderung der zwischenmenschlichen Beziehungen geht es Hill nicht darum, alles bis ins Einzelne zu erklären; vieles deutet sich nur an. Wenn Stevie Freundschaft mit der vierköpfigen Skater-Clique schließt, muten die Gespräche und Gesten der Jungs echt an. Die Dynamik in der Teenager-Gruppe wird mit all ihren Spannungen und Gefahren, aber auch ihrer nicht zu unterschätzenden Kraft treffend vermittelt. Der Film zeigt, wie wichtig es gerade für einen jungen Menschen ist, von seinem Umfeld anerkannt zu werden – und dass es stets gewisse Regeln gibt, die innerhalb einer Szene (wie in diesem Fall der Skateboarding-Szene) herrschen.

"Mid90s" erinnert an Larry Clarks "Kids" (1995), blickt allerdings mit weitaus mehr Empathie auf seine Figuren. Die 16mm-Aufnahmen des Kameramanns Christopher Blauvelt sowie der stimmige Soundtrack und das sorgfältige Produktions- und Kostümdesign ergeben ein einnehmendes Kino-Erlebnis, das zudem mit Sunny Suljic ("The Killing of a Sacred Deer") über einen bemerkenswerten Hauptdarsteller verfügt. Hill und sein Team schaffen es, die 1990er Jahre ohne Nostalgie zum Leben zu erwecken und zugleich ein Reifedrama zu präsentieren, das ganz unabhängig von Zeit und Raum funktioniert.

Fazit: Eine rundum glaubwürdige Coming-of-Age-Erzählung – gekonnt inszeniert und mit interessanten, gut gespielten Figuren ausgestattet.




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Land: USA
Jahr: 2018
Genre: Drama, Komödie
Länge: 85 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 07.03.2019
Regie: Jonah Hill
Darsteller: Sunny Suljic als Stevie, Katherine Waterston als Dabney, Lucas Hedges als Ian
Verleih: MFA Film

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