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Fighting with my Family
Fighting with my Family
© Universal Pictures International

Kritik: Fighting with My Family (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der britische Regisseur und Drehbuchautor Stephen Merchant erzählt ein bewegendes Coming-of-Age-Drama aus der Welt des Wrestling-Sports. Es basiert auf der Erfolgsgeschichte der britischen Wrestlerin Paige, die bis April 2018 aktiv im Ring stand. Der amerikanische Schauspieler und ehemalige Wrestler Dwayne ‘The Rock‘ Johnson sah 2012 im Fernsehen eine Dokumentation über die Newcomerin und beschloss, einen Spielfilm über sie zu machen. Johnson gehört wie auch die WWE Studios zu den Produzenten des Dramas und spielt sich auch selbst in einer Nebenrolle als Vorbild und Förderer der Hauptfigur.

Zunächst taucht der Film mit viel Sinn für Komik in das Milieu und den Alltag der Knights in Norwich ein. Für die künftigen Schwiegereltern des Sohnes Zak sind sie der reinste Bürgerschreck. Rick war in jungen Jahren im Gefängnis, Julia und er tauschen vor ihren Gästen Zungenküsse und reden unkorrekt. Aber die prolligen Knights führen ein Wrestling-Unternehmen und halten auch emotional zusammen. Als Paige nicht ohne ihren Bruder Zak nach Florida fahren will, sagt er ihr, sie müsse das für ihre Familie tun. Das Drama kreist stark und dabei auch überzeugend um die Verbundenheit Paiges mit der Familie und um ihr Außenseitertum im Bootcamp in Florida. Parallel zu ihrer schwierigen Zeit beim Training wird auch Zaks Drama verfolgt, der nach der Zurückweisung des WWE in Norwich den Boden unter den Füßen verliert. Resigniert lässt er die Kinder und Jugendlichen, die er von der Straße zum Training holte, auf einmal im Stich.

Jack Lowden verleiht Zak eine starke, originelle Persönlichkeit. Und Florence Pugh verbindet als Paige gekonnt kraftvolle Energie mit emotionaler Empfindsamkeit. Die Beziehung der beiden Geschwister, die sich sehr nahestehen, bildet den emotionalen Kern des Films. Vince Vaughn weiß als harter Trainer in den Übungs- und Ausleseszenen zu überzeugen. Das Wesen des Wrestlings zwischen Sport und Show wird gut herausgearbeitet, wenn Paige lernen muss, sich dem Publikum menschlich überzeugend zu präsentieren und es zu begeistern. Auch die Auftritte im Ring zeigen, wie sehr es auf eine Choreografie mit spektakulären Schauwerten ankommt. Dabei vergisst der Film aber nie die Welt der kleinen Wrestler-Amateure, die für ihren Sport leben, obwohl sie nicht im Fernsehen auftreten.

Fazit: Das Coming-of-Age-Drama des britischen Regisseurs und Drehbuchautors Stephen Merchant basiert auf der Karriere der Star-Wrestlerin Paige, die aus kleinen Verhältnissen in der englischen Provinz stammt. Die Hauptdarstellerin Florence Pugh überzeugt in dieser bewegenden, aber humorvoll erzählten Geschichte einer sozialen Außenseiterin, die sich im Trainingscamp in Florida zu behaupten lernt und den Rückhalt ihrer Familie nicht verliert. Spannende Kampfszenen und Einblicke in die Welt des großen Show-Spektakels fügen sich auf gelungene Weise in die charakterbezogene, in zwei konträren Milieus angesiedelte Handlung.




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