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Geheimnis eines Lebens
Geheimnis eines Lebens
© 20th Century Fox © eOne Germany

Kritik: Geheimnis eines Lebens (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Geheimnis eines Lebens" beruht auf der Lebensgeschichte von Melita Norwood, die mehr als 40 Jahre lang für das sowjetische Ministerium für Staatssicherheit sowie den KGB spionierte. Inszeniert wurde "Geheimnis eines Lebens" vom britischen Film- und Theaterregisseur Trevor Nunn, der in seiner Karriere auch Opern und Musicals inszenierte. "Geheimnis eines Lebens" erlebte seine Premiere im September 2018 auf dem Filmfest Toronto.

Theoretisch verfügt Nunn hier über alle Zutaten für ein mitreißendes, hintergründiges Spionage-Drama vor historischer Kulisse, dennoch versandet "Geheimnis eines Lebens" im filmischen Mittelmaß. Dies liegt am allerwenigsten an den Darstellern. Judi Dench etwa brilliert wie gewohnt, diesmal in der Rolle der vielschichtigen Joan Stanley, die bis zuletzt davon überzeugt war, das richtige getan zu haben ("Ich habe meine Heimat immer geliebt"). Und Sophie Cookson, der weit mehr "Screen-Time" zugestanden wird als Dench, verleiht der jungen Hauptfigur einen mitreißenden Mix aus (feministischer) Willenskraft, Mut und emotionaler Instabilität.

Denn von dem ebenso anziehenden wie manipulativ auftretenden Leo (zwielichtig: Tom Hughes) lässt sich Sophie letztlich um den Finger wickeln. Die Szenen mit den Beiden gehören dann auch zu den stärksten im Film, da sie von der Macht der Gefühle und der Kraft der Beeinflussung künden. Weit weniger packend gestalten sich leider weite Teile des Films, da Nunn größtenteils die gängigen Versatzstücke des Genres "Biopic" bedient und sich an den wesentlichen, chronologisch abgefilmten Lebensstationen Stanleys entlang hangelt. Darüber hinaus will "Geheimnis eines Lebens" thematisch und inhaltlich etwas zu viel.

Denn letztlich geht es nicht nur um ein Stück Weltgeschichte (der Bau der Atombombe), eine Liebesgeschichte und den Kampf einer alten Dame um gerechte Aburteilung eine faire Bewertung ihrer Taten. Der Film behandelt darüber hinaus Themen wie Feminismus und darüber hinaus die Beziehung Stanleys zu ihrem idealistischen Sohn, der über die (Un-)Taten der Mutter nicht hinwegkommt.

Fazit: Inhaltlich überfrachtetes Biopic, das die wichtigsten Ereignisse im Leben der Hauptfigur schematisch und klinisch korrekt herunter spult, allerdings über zwei dringlich aufspielende Hauptdarstellerinnen verfügt.




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