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Kritik: Superintelligence (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Melissa McCarthy ist eine richtig gute Schauspielerin. Das muss hier zunächst einmal ganz klar festgehalten werden. Sie kann supersympathisch sein (etwa im Serienhit "Gilmore Girls") oder derb-komisch (vor allem in "Brautalarm", für den sie ihre erste Oscar-Nominierung erhielt) und ebenso beherrscht sie komplexe Rollen, beispielsweise im völlig unterschätzten "The Nines" (2007) an der Seite von Ryan Reynolds oder im Biopic "Can You Ever Forgive Me?" (2018), für das sie abermals mit einer Oscar-Nominierung bedacht wurde. Mit ihrem Ehemann Ben Falcone als Regisseur hat McCarthy bereits eine Reihe von Komödien gedreht, die recht durchwachsen aufgenommen wurden, darunter "Tammy – Voll abgefahren" (2014), "How to Party with Mom" (2018) und "Thunder Force" (2021).

Auch "Superintelligence" ist ein Gemeinschaftsprojekt; das Skript stammt von Steve Mallory, der teilweise als Schauspieler, teilweise als Autor oder Produzent schon vorher mit dem Duo zusammengearbeitet hat. Und bedauerlicherweise leidet das neueste Werk unter all den Schwächen, die sich bereits in den Vorgängern zeigten. Eine interessant und witzig klingende Prämisse wird wenig inspiriert umgesetzt. Statt Ansätze zu vertiefen oder subversive Komik anzustreben, begnügt sich auch dieser Film damit, improvisierte, enttäuschend harmlose Gags in voller Länge auszuspielen und die Handlung dabei völlig zu vernachlässigen. Wäre das Endergebnis eine unterhaltsame Wundertüte, könnte man gewiss darüber hinwegsehen, dass "Superintelligence" so viele Chancen, etwas Spannendes oder (Schwarz-)Humoriges über unsere Abhängigkeiten von künstlichen Intelligenzen zu erzählen, ungenutzt lässt. Doch allzu oft langweilt der Mix aus Science Fiction und Comedy mit seiner Einfallslosigkeit.

Schade ist zudem, dass in "Superintelligence" auch das Potenzial einer charmanten RomCom steckt. Die Chemie zwischen McCarthy und ihrem Co-Star Bobby Cannavale stimmt. Einzusetzen weiß die Inszenierung dies indes leider kaum.

Fazit: Eine vielversprechende Idee versandet in einer einfallslosen Umsetzung. Die tolle Melissa McCarthy kann ihr komödiantisches Talent dabei nicht entfalten.




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