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Little Monsters
Little Monsters
© Splendid Film © 24 Bilder

Kritik: Little Monsters (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die kenianische Schauspielerin Lupita Nyong’o ist seit ihrer mit einem Oscar gekrönten Leistung in dem Sklaven-Drama "12 years a slave" (2014) bestens im Geschäft. So war sie in den letzten Jahren unter anderem in "Star Wars" (2015) und "Black Panther" (2018) zu sehen, nimmt sich dazwischen aber auch Zeit für abseitigere Produktion wie etwa "Queen of Katwe" oder eben "Little Monsters". Der in Australien gedrehte Film debütierte Anfang des Jahres auf dem Sundance Filmfest.

Das Subgenre der Zombie-Komödie ist aktuell wieder schwer in Mode: Vor wenigen Wochen lief Jim Jarmuschs Untoten-Variante, "The Dead don’t die", in den Kinos. Und im Oktober startet der lang erwartete zweite Teil von "Zombieland". "Little Monsters" kommt also zum richtigen Zeitpunkt – und kann der einst totgeglaubten Gattung tatsächlich neues Leben einhauchen. Zumindest zeitweise. Denn in seinen besten Momenten kann es "Little Monsters" dank des herrlich abstrusen, skurrilen Humors tatsächlich durchaus mit seinen großen Vorbildern (u.a. "Shaun of the dead") aufnehmen.

Dieser abseitige, bewusst überzogene und augenzwinkernde Witz entsteht in erster Linie aus der denkbar einfachen, aber gelungenen Grundprämisse: dass den Kindern der blutige Zombie-Überfall als harmloses Spiel verkauft wird und alle darin ihre Aufgaben zu erfüllen haben. Ganz wie in Roberto Benignis Tragikomödie "Das Leben ist schön". Wie sich die Protagonisten, allen voran die sich aufopferungsvoll für die Kinder einsetzende Super-Pädagogin Miss Caroline (herrlich selbstironisch: Lupita Nyong'o), aus den irrwitzigsten Situationen herausreden und immer verrücktere Ausreden und Rechtfertigungen (Stichwort: Marmeladenschlacht) für das Gemetzel erfinden, hat Charme.

Doch nicht alles funktioniert. Neben den schablonenhaft gezeichneten Nebencharakteren ist die männliche Hauptfigur, der nervtötende und überzogen tollpatschige Dave, das Hauptproblem. Es wollen sich einfach keine Sympathien für diesen gescheiterten Slacker und dessen Vorhaben einstellen, Miss Caroline für sich zu gewinnen. Dafür ist auch seine Wandlung vom egozentrischen Tunichtgut hin zum Verantwortung übernehmenden, reflektierten und selbstbewussten Mann am Ende zu wenig glaubhaft.

Fazit: Diese Zombie-Komödie mit RomCom-Anleihen besitzt deutliche Schwächen bei der Charakterzeichnung, gefällt allerdings mit schrägem Witz und einer pfiffigen Grundidee.




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