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Escape Room 2: No Way Out
Escape Room 2: No Way Out
© Sony Pictures

Kritik: Escape Room 2: No Way Out (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Für Fans stellt "Escape Room 2" ein Wiedersehen mit alten Bekannten dar. Denn Logan Miller und Taylor Russell gehörten bereits zum (jungen) Cast des kommerziell erfolgreichen Vorgängerfilms. Auch der Regisseur und Drehbuchautor sind alte Bekannte: Adam Robitel und Bragi F. Schut. Robitel feierte seinen Durchbruch vor drei Jahren mit dem dritten Teil der "Insidious"-Reihe ("The last key").

Regisseur Robitel und sein Team begehen nicht den Fehler, das Erfolgsrezept von Teil Eins einfach nur zu wiederholen. Denn diesmal sind die Escape Rooms noch größer und mächtiger, die Rätsel und Fallen darin noch perfider und todbringender. Das sorgt für Abwechslung und bringt außerdem optische Schauwerte mit sich, die "Escape Room" im Vergleich dazu fast schon reduziert und minimalistisch erscheinen lässt. Vor allem hinsichtlich der Orte der Rätsel.

Diesmal finden diese unter anderem nämlich in riesigen, an Museen erinnernde Hallen, in sich mit immenser Geschwindigkeit fortbewegenden Zügen und in ganzen Stadtvierteln statt. Kurzum: in teils komplett künstlich erzeugten, virtuellen Welten. "Escape Room 2" macht sich die jeweiligen Szenerien und "Schauplätze" der Todesfallen also noch mehr zu Nutze – und verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf die kniffligen Rätselspielchen.

Hinsichtlich der Dramaturgie verläuft hier aber natürlich alles recht erwartbar und vorhersehbar und auch die Figurenzeichnung wurde etwas schlampig umgesetzt. Denn zu viele der Handelnden dienen letztlich nur als Abziehbilder gängiger (Horrorfilm-)Charaktere und -Typisierungen. So kommt zum Beispiel der große Zweifler und mit sich und seinem Glauben hadernde Mann ebenso vor wie die auf Aufmerksamkeit und Anerkennung abzielende junge Frau. Altbekannte Figuren, die nur wenig Begeisterung und Empathie hervorrufen. Umso durchdringender aber gestaltet sich die mächtige, kraftvolle Soundkulisse, die den Szenen etwas Alptraumhaftes und Unheilvolles verleiht.

Fazit: Nicht die Figuren und Schauspieler sind das Highlight, sondern die Fallen und Rätsel: "Escape Room 2" besticht durch sein fein abgestimmtes, ausgeklügeltes Setdesign, die kreativen Einfälle und mörderischen Finten.




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