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Killerman
Killerman
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Killerman (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Bislang flog Malik Bader unter dem Radar. Mit schmalem Budget, aber viel Atmosphäre realisierte der Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller drei Genrefilme. Nach einem Abstecher in die Psychothriller-Abteilung ("Crush", 2013) kehrt Bader mit "Killerman" zum Gangsterthriller zurück, den er schon mit seinem Langfilmdebüt "Street Thief" (2006) und zuletzt mit "Cash Only" (2015) sehenswert bediente. Dank Liam Hemsworth in der Hauptrolle des Titel(anti)helden dürfte Bader sein bis dato größtes Publikum beschieden sein. "Killerman" hat alles, was einen guten Gangsterfilm ausmacht, scheitert aber an der Kombination seiner Einzelteile.

Atmosphärisch dicht ist auch dieser Film. Ken Sengs grobkörnige 16-Millimeter-Aufnahmen zaubern einen Hauch Achtziger-Nostalgie in den Kinosaal. Wenn sich Liam Hemsworth geschmeidig durch den New Yorker Diamantendistrikt schlängelt und sich parallel dazu eine schwarze Limousine zu Julian DeMarres und Heiko Mailes Elektro-Beats unheilvoll ihren Weg durch den Großstadtdschungel bahnt, hat Bader mit nur wenigen Einstellungen den düsteren Grundton gesetzt. "Killerman" ist kein amüsantes Ganovenstück cleverer Krimineller, sondern eine dreckige Abwärtsspirale zweier Kleingangster, die sich im Spiel mit den Großen übernommen haben.

Die Schauplätze sind schäbig, die Charaktere ungeschliffen. Die Action ist glaubwürdig, wenn auch häufig zu hektisch geschnitten, um den einen oder anderen mittelmäßigen Stunt zu überdecken. Ähnlich schwankend spielt das Ensemble. Während Liam Hemsworth und Emory Cohen als gehetzte Geldwäscher überzeugen, allen voran Cohen ("Lords of Chaos"), der sein Talent für dunkel schillernde, ambivalente Charaktere erneut unter Beweis stellt, werden Zlatko Burics Tiraden schnell unfreiwillig komisch. Für Nickola Shreli wiederum, mit dem Bader bereits bei "Cash Only" zusammenarbeitete, ist die Rolle des Bösewichts zwei Nummern zur groß. Als korrupter, skrupelloser Polizist bleibt er ziemlich blass.

So stimmungsvoll "Killerman" audiovisuell auch daherkommt, seine Geschichte verliert Bader immer wieder aus den Augen. Die Handlung ist zu locker, lückenhaft und langatmig. Um das wettzumachen, suhlt sich Bader etwas zu übertrieben in roher Gewalt. Selbst der große Plottwist ganz am Ende kommt wenig überraschend. Am spannendsten bleibt noch das, was danach passiert, lässt es doch eine Lesart als unerwiderte schwule Liebesgeschichte oder zumindest als Bromance zu.

Fazit: Mit "Killerman" bewirbt sich Regisseur und Drehbuchautor Malik Bader für Größeres. Zwar krankt sein vierter Spielfilm an einem unentschlossenen Drehbuch, einer zu lockeren Dramaturgie und durchwachsenen Darbietungen. Audiovisuell ist dieser kleine, dreckige Gangsterfilm aber ein Fingerzeig an die Konkurrenz.




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