VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
A Rainy Day in New York
A Rainy Day in New York
© NFP marketing & distribution

Kritik: A Rainy Day in New York (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wenige Wochen vor seinem 85. Geburtstag startet mit "A Rainy Day in New York" Woody Allens 48. Film in den Kinos. Der vierfach Oscar-prämierte Filmemacher ist auch im hohen Alter noch so umtriebig und fleißig wie kaum ein anderer Filmschaffender: Bereits in diesem Jahrzehnt hat Allen elf Filme inszeniert. "A Rainy Day in New York" entstand im September und Oktober 2017 an Originalschauplätzen in New York City.

Locker-leicht und vergnügt geht es zu in Woody Allens wie gewohnt prominent besetzter Liebes-Komödie. Für die fröhliche, gewissermaßen leichtfüßige Stimmung sorgen schon die beschwingten Piano-Klänge, die viele Szenen untermalen. Durchzogen sind viele Momente gleichsam von Allen-typischen, ebenso treffsicheren wie pointierten Dialogen, auch wenn die One-Liner insgesamt etwas weniger bissig geraten sind als in früheren Produktionen Allens.

Wer Woody-Allen-Filme kennt und schätzt wird viele der gewohnten filmischen Mittel sowie Elemente wiedererkennen – und daran ziemlich sicher seine Freude haben. Vom bereits erwähnten hohen Wortwitz-Anteil über die autobiografischen Bezügen und einer weltgewandt, leicht überheblich auftretenden Hauptfigur (siehe Jesse Eisenberg in "Café Society") bis hin zu den bekannten amourösen Verstrickungen und dem unvermeidlich romantisierenden Ende. Die Stilmittel sind die Altbekannten. Das sorgt bisweilen jedoch für eine gewisse Vorhersehbarkeit und Überraschungsarmut.

Hinzu kommt, dass die Verhaltensweisen einiger Figuren ebenso wie bestimmte Situationen zu gewollt und damit unecht wirken. Beispielhaft zu erwähnen sei ein arg dramatisch geratenes, spätes Bekenntnis von Gatsbys Mutter sowie der Umstand, dass die hier auftretenden Filmschaffenden (Liev Schreiber als Regisseur, Jude Law als Drehbuchautor und Diego Luna als Filmstar) unverständlicherweise und kaum nachvollziehbar allesamt der hemmungslos naiven, aufgedrehten Ashleigh verfallen.

Fazit: Solides Spätwerk des großen Autorenfilmers Woody Allen mit einem überzeugend aufspielenden Cast und geschliffenem Wortwitz. Die – inhaltliche wie dramaturgische – Vorhersehbarkeit mindert allerdings das Sehvergnügen merklich.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.