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Die schönste Zeit unseres Lebens
Die schönste Zeit unseres Lebens
© Constantin Film

Kritik: Die schönste Zeit unseres Lebens (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"Die schönste Zeit unseres Lebens" heißt im französischen Original "La belle époque" und spielt damit auf jenes Café an, in dem sich Victor und Marianne einst kennenlernten. Der Film wurde von dem bei uns noch weitestgehend unbekannten Regisseur Nicolas Bedos inszeniert. Er und sein Team drehten im Herbst 2018 in und um Paris. Seine Weltpremiere erlebte "Die schönste Zeit unseres Lebens" in diesem Jahr in Cannes. "Die schönste Zeit unseres Lebens" ist ein klassisches, luftig-leichtes französisches Feelgood-Movie, das gleich auf mehreren Ebenen wunderbar funktioniert.

Zum einen macht es auf spielerische Art deutlich, wie wir alle immer wieder von unseren nostalgischen Erinnerungen an und den beharrlichen Sehnsüchten nach einer (scheinbar) besseren Vergangenheit bestimmt werden. Und wie wir uns in Scheinrealitäten und Tagträumereien flüchten, um der freudlosen Gegenwart zu entkommen. Im Fall von Victor gelingt dies dem Team um Antoine mit Hilfe einer täuschend echt geratenen Nachstellung (die realitätsnahen Kulissen und Requisiten sind eine weitere Stärke des Films) jener Ereignisse aus dem Jahr 1974.

Darüber hinaus veranschaulicht der Film auf humorvolle Weise die Schwierigkeit, eine Jahrzehnte lang währende Liebe aufrecht zu erhalten – bei allen Widrigkeiten und Veränderungen, die eine lange Beziehung mit sich bringt. Vom Abschwächen bis hin zum völligen Verschwinden der sexuellen Lust und Leidenschaft (ein augenzwinkernder Kommentar von Victor spielt gekonnt darauf an) oder auch der Herausforderung, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche sowie die des Partners gleichsam zu berücksichtigen.

"Die schönste Zeit unseres Lebens" profitiert zudem von seinem flotten Tempo, den jederzeit amüsanten und aufgeweckten Dialogen sowie der Spielfreude der überzeugend agierenden Darsteller. Allen voran der großer Charaktermime Daniel Auteuil schafft es, seiner sich der Digitalisierung und Schnelllebigkeit unserer Zeit widersetzenden, aber dennoch grundsympathischen Figur Integrität und Wahrhaftigkeit einzuverleiben.

Fazit: Bissig, kühn, intelligent-hintersinnig und höllisch unterhaltsam: Die französische Feelgood-Komödie "Die schönste Zeit unseres Lebens" gehört zu den besten Filmen des ausgehenden Kinojahres.




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