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Kritik: Pavarotti (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Regisseur Ron Howard ist selbst ein Star und inzwischen 60 Jahre im Geschäft. Schon in den 1950ern stand er als Kinderdarsteller vor der Kamera, später wechselte er auf den Produzenten- und Regiestuhl. Nach "Made in America" (2013) über ein Hip-Hop-Festival und "The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years" (2016) über die Konzertreisen der Pilzköpfe setzt der zweifache Oscarpreisträger ("A Beautiful Mind", 2002) in seinem jüngsten Dokumentarfilm einem Star der Opernwelt ein Denkmal.

Wie schon in seiner Beatles-Doku konnte Howard auf bislang unveröffentlichtes Material zurückgreifen. Die Aufnahmen aus Luciano Pavarottis Privatarchiv sind ein wahrer Schatz und Howards großes Glück. Denn abseits dieser Preziosen – wenn Pavarotti mal mit seiner Entourage festlich speist, mal in China durch die Straßen radelt, mal den Amazonas entlang schippert und im Opernhaus in Manaus aus dem Stegreif eine Arie schmettert – spult der Filmemacher das übliche Standardprogramm aus chronologischem Lebensweg, Fernsehauftritten und Interviews ab.

Kritische Fragen liegen Howard fern. Ob der Geschäftspraktiken manches Managers oder ob des turbulenten Privatlebens des Tenors hätten sie sich durchaus angeboten. Stattdessen hebt der Hollywoodregisseur Pavarotti auf ein Podest, das dieser aufgrund seiner Jahrhundertstimme, aber auch durch seine Wohltätigkeitsarbeit verdient hat. Pavarottis Stimme, sein unwiderstehlicher Charme und sein Charisma sind es dann auch, die diesen Dokumentarfilm sehenswert machen. Allen dreien kann sich das Publikum kaum entziehen.

Fazit: Formal bewegt sich Regisseur Ron Howard in vertrauten Fahrwassern. Sein Porträt, das einem der größten Tenöre ein filmisches Denkmal setzt, beeindruckt vor allem durch den Charme, das Charisma und die Stimme des Porträtierten.




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