oder

In the Heights (2019)

Der Musicalfilm nach dem gleichnamigen Bühnenstück spielt im New Yorker Viertel Washington Heights, in dem viele Immigrant*innen aus Lateinamerika leben.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Usnavi (Anthony Ramos) besitzt einen kleinen Lebensmittelladen im New Yorker Viertel Washington Heights. Der junge Mann träumt davon, zurück in die Dominikanische Republik zu gehen und die Strandbar, die seinem Vater gehörte, wieder aufzubauen. Vanessa (Melissa Barrera), die Frau, für die er schwärmt, hat jedoch andere Pläne: Sie arbeitet im örtlichen Friseursalon, möchte aber als Modedesignerin in New York Karriere machen.

In der hispanischen Nachbarschaft waren so viele stolz auf die junge Nina (Leslie Grace), als sie es auf die Eliteuniversität Stanford schaffte. Doch nun kehrt Nina zurück – sie will ihre akademischen Pläne aufgeben, weil sie als Studentin puertoricanischer Abstammung in Stanford soziale Ausgrenzung erlebte. Ninas Vater (Jimmy Smits) verkauft jedoch sein Taxigeschäft, um ihre Studiengebühren zu bezahlen. Usnavis Freund Benny (Corey Hawkins) freut sich, dass Nina wieder da ist, denn er ist in sie verliebt. Alle bereiten sich auf die große Fiesta im Viertel vor, während eine Hitzewelle die Stadt überrollt.

Bildergalerie zum Film

In the HeightsIn the HeightsIn the HeightsIn the HeightsIn the HeightsIn the Heights


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Die Straßen waren aus Musik gemacht", schwärmt Usnavi, als er vier Kindern von seiner Vergangenheit in Washington Heights erzählt. Dann taucht der Film aus der Rahmenhandlung ab in seine Erinnerung. Es ist ein heißer Sommer in dem New Yorker Stadtviertel, in dem sich die Menschen, die überwiegend lateinamerikanischer Herkunft sind, im Vorbeigehen grüßen, Neuigkeiten austauschen, zusammen feiern. Weil es sich um einen Musicalfilm handelt, mündet die Kiezatmosphäre an jeder Ecke in Tanz und Gesang. Die überschäumende Lebensfreude entspricht der Haltung der Bewohner*innen, sich von diskriminierenden Erfahrungen und der Sehnsucht nach der alten kulturellen Heimat nicht herunterziehen zu lassen. Der Regisseur Jon M. Chu ("Crazy Rich") und die Drehbuchautorin Quiara Alegría Hudes verwendeten als Grundlage das gleichnamige Bühnenmusical von Lin-Manuel Miranda, für das Hudes bereits das Buch verfasst hatte.

Die Songs und Texte Mirandas pumpen Energie und Beseeltheit in die Handlung. Gesungen, getanzt wird nicht nur auf den Straßen, sondern sogar im Becken des Freibads. Lateinamerikanische Musik steht im Mittelpunkt. Zu den Gruppendarbietungen, zu denen sich junge Menschen spontan zusammenzufinden scheinen, kommen noch Duette und Songs für eine Person. Dann geht es um Zukunftspläne, geplatzte Träume, die Liebe. So singen einmal Benny und Nina malerisch im Gegenlicht auf einem Balkon mit Feuerleiter, von welchem man auf die imposante George-Washington-Brücke blickt. Die kleinen Läden der Bewohner*innen, ihre Zimmer und Küchen in den großen ziegelsteinfarbenen Wohnblocks bilden die Innenschauplätze. Reich ist hier niemand, doch die Gentrifizierung verändert bereits Gesicht und Charakter des Viertels.

Die Menschen hier vereint ein zwiespältiges Gefühl. Viele haben erlebt, wie ihre Eltern trotz harter Arbeit kaum über die Runden kamen und sich kein anderes Viertel leisten konnten. Der amerikanische Traum aber lebt in jedem von ihnen. Wer sich danach sehnt, fortzugehen, möchte trotzdem die Geborgenheit und kulturelle Gemeinschaft des Viertels nicht missen. Zwei Romanzen und ein mysteriöser Lottogewinn sorgen für Spannung, für das Gemüt ist aber auch Abuela Claudia (Olga Merediz) zuständig. Die alte Dame kubanischer Abstammung dient hier vielen als Mutterfigur und seelischer Anker. Mit diesem bunten Inhalt und der frischen Kraft seiner Musik- und Tanzeinlagen kann der Film trotz seiner Länge überzeugen.

Fazit: Unter der Regie von Jon M. Chu verströmt der Musicalfilm, welcher dem New Yorker Stadtviertel Washington Heights ein Denkmal setzt, pulsierende Lebensfreude. Die mehrheitlich lateinamerikanische Herkunft der Menschen im Viertel schlägt sich auch in den Klängen und Rhythmen nieder, welche die Atmosphäre energetisch aufladen. Die großen Pläne junger Leute, zwei Romanzen, soziale Diskriminierung und Gentrifizierung, die Feier einer herzlichen Gemeinschaft ergeben eine inhaltliche Mischung, in der sich gelebte Erfahrung mit der Kraft der Träume verbindet.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollVor einer karibischen Strandbar erzählt der junge Usnavi staunenden Kindern ein Märchen: ?Es war einmal in einem fernen Land namens Washington Heights. Dort waren die Straßen aus Musik gemacht...? Damit entführt er auch uns Zuschauende in das New [...mehr]

TrailerAlle anzeigen

Zum Video: In the Heights

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2019
Genre: Drama, Musik
Länge: 143 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 22.07.2021
Regie: Jon M. Chu
Darsteller: Corey Hawkins, Lin-Manuel Miranda, Anthony Ramos
Verleih: Warner Bros.

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

A Quiet Place 2 - Millicent Simmonds
News
Kinocharts USA (11. - 13.6.): Die Stille an der Spitze
"A Quiet Place 2" gibt Neustartern Nachsehen




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.