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Snake Eyes: G.I. Joe Origins in Tokio
Snake Eyes: G.I. Joe Origins in Tokio
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Snake Eyes: G.I. Joe Origins in Tokio (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die Figur des Snake Eyes stammt aus dem Spielzeug-Universum rund um G.I.-Joe, jener populären Actionfigur, die bereits häufiger als Vorbild für Kinoadaptionen diente. Zuletzt in "G.I.-Joe – Die Abrechnung", der sich mit einem Einspielergebnis von 375 Millionen Dollar zu einem Kassenhit entwickelte. Mit "Snake Eyes" kehrt der deutsche Regisseur Robert Schwentke vier Jahre nach seinem letzten Film ("Der Hauptmann") auf den Regiestuhl zurück.

Nach den schauspielerisch wie inszenatorisch dürftigen ersten beiden Hauptfilmen rund um G.I.-Joe ("Geheimauftrag Cobra", "Die Abrechnung"), gelingt es den Machern leider auch mit dem dritten Film der Reihe nicht, ein überzeugendes Werk vorzulegen. Ein Film, der mehr als lediglich Durchschnitt ist. Auch wenn sich "Snake Eyes" in zwei Aspekten durchaus positiv von seinen miserablen, überzogenen und viel zu laut geratenen Vorgängern abhebt.

Da wäre zum einen Hauptdarsteller Henry Golding als traumatisierter, schweigsamer Einzelgänger, der seine Sache durchaus gut macht. Er bringt frische Energie in das "G.I.-Joe"-Filmuniversum und meistert die Kampf- und Actionszenen ohne Fehl und Tadel. Das zweite, positiv herausstechende Element: die schnörkellos inszenierten Action-Einlagen und insbesondere die Verfolgungsszenen, in denen zumeist pfeilschnelle, stylish aussehende (pechschwarz) fahrbare Untersätze im Mittelpunkt stehen. Diese spektakulären, ungeschliffenen Bilder und beinharte Action hätten sich auch im jüngsten "Fast and the Furious"-Film gut gemacht.

Doch in allen anderen Belangen verkommt "Snake Eyes" zu einem viel zu reißerisch und spekulativ geratenen Film, inklusive einfallsloser Dialoge und eindimensionaler Figurenzeichnung. Überhaupt gehen die übrigen Charaktere neben Snake Eyes regelrecht unter. Ihnen schenkt Schwentke leider zu viel wenig Aufmerksamkeit. Hinzu kommt, dass einige Figuren des Franchise sogar einen derart kurzen und belanglosen Auftritt haben, dass man sich fragt, wieso sie überhaupt in die Handlung hineingeschrieben wurden – mal abgesehen von den üblichen Marketingzwecken. Und zu allem Überfluss gesellen sich zur Haupthandlung einige ins Leere laufende Handlungsstränge, die "Snake Eyes" lediglich gelangweilt und pflichtbewusst abhandelt.

Fazit: Ein charismatischer Hauptdarsteller und die temporeichen Actionszenen reichen nicht, um aus "Snake Eyes" ein wirklich lohnenswertes filmisches Erlebnis zu machen. Zu schlampig sind die Figuren ausgearbeitet, zu einfältig und flach die Dialoge.




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