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Das Mädchen mit den goldenen Händen (2021)

Familiendrama: Eine Party zum 60. Geburtstag führt zu Konflikten innerhalb einer Familie in Sachsen-Anhalt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.8 / 5

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Deutschland, 1999: Die in Berlin lebende Kostümbildnerin Lara (Birte Schnöink) reist zum 60. Geburtstag ihrer Mutter Gudrun (Corinna Harfouch) in die heimatliche Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und wird dort von ihrem Stiefvater Werner (Peter-René Lüdicke) empfangen. Die Feier findet auf einem ehemaligen Schloss statt, das zu DDR-Zeiten ein Kinderheim war. Dort wurde Gudrun einst als Baby in einem Korb ausgesetzt.

Die Party kommt jedoch zu einem raschen Ende, als Gudrun erfährt, dass der Bürgermeister Jens (Jörg Schüttauf) das Anwesen an eine westdeutsche Investorengruppe verkaufen möchte, die daraus ein Luxushotel machen will. Fortan will Gudrun dies unbedingt verhindern.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Das Mädchen mit den goldenen Händen" ist das Langfilm-Drehbuch- und Regiedebüt der als Schauspielerin bekannten Katharina M. Schubert ("Shoppen", "Ein Geschenk der Götter"). Sie erzählt darin vom 60. Geburtstag einer Frau und verortet die Geschichte in der ostdeutschen Provinz des Jahres 1999. Sowohl als Charakter- als auch als Zeitstück gelingt es dem Werk, durch feine Beobachtungen für sich einzunehmen und dabei auf kluge Weise persönliche, familiäre und innerdeutsche Konflikte zu schildern.

Zu den zentralen Themen des Films zählt die komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung zwischen der Mathematik- und Sportlehrerin Gudrun und der als Kostümbildnerin in Berlin tätigen Lara, die zur Feier in den Heimatort zurückkehrt. Das Verhältnis zwischen den beiden Frauen wird gekonnt auf den Punkt gebracht, wenn Gudrun die Rede, die Lara vorbereitet hat, komplett umschreiben will. Den individuellen Zugang der Tochter will Gudrun lieber durch Floskeln und harmlose Scherze ersetzen – weil das auf Feierlichkeiten eben so üblich ist. Corinna Harfouch interpretiert ihre Rolle betont sperrig. Auch beim aussichtslosen Kampf um das ehemalige Kinderheim, in dem Gudrun einst aufwuchs, macht Harfouch aus der Figur keine idealistische Heldin, sondern lässt einen Menschen erkennen, der erbittert um den Erhalt der Spuren seiner eigenen Vergangenheit und damit der eigenen Identität ringt.

Dabei ist "Das Mädchen mit den goldenen Händen" jedoch keine One-Woman-Show, sondern ein bemerkenswerter Ensemblefilm. Birte Schnöink ("Die Einzelteile der Liebe") vermittelt überzeugend die innere Zerrissenheit von Lara, zwischen dem Wunsch nach Anerkennung und emanzipatorischem Drang. Die Nebenparts sind, etwa mit Jörg Schüttauf, Gabriela Maria Schmeide und Ulrike Krumbiegel, ebenfalls äußerst stimmig besetzt.

Fazit: Ein feinfühliges Drama mit präzisem Blick auf die Aufarbeitung der Nachwendezeit – mit einem tollen Ensemble, angeführt von Corinna Harfouch und Birte Schnöink.




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Land: Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Drama
Länge: 107 Minuten
Kinostart: 17.02.2022
Regie: Katharina M. Schubert
Darsteller: Corinna Harfouch als Gudrun, Birte Schnoeink als Lara, Peter-René Lüdicke als Werner
Verleih: Wild Bunch

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