oder

Wege des Lebens - The Roads Not Taken (2020)

The Roads Not Taken

Starbesetztes Drama über einen innerlich zerrütteten, gebrochenen Mann, der sich in unterschiedlichen Zeiten und Lebenswelten verliert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Einige Stunden im Leben des schwer demenzkranken Leo (Javier Bardem) und seiner Tochter Molly (Elle Fanning): Molly ist beruflich stark eingespannt und steht unter Dauerstress, muss sich seit einiger Zeit aber sehr intensiv um ihren Vater kümmern. Der lebt in einer schäbigen Wohnung direkt unter der New Yorker U-Bahn und ist auf fremde Hilfe angewiesen. Unter anderem für die unzähligen Arztbesuche, die für ihn monatlich auf dem Plan stehen. Leo ist immer mehr in seiner eigenen Welt und "wandert" innerlich zwischen den Zeitebenen: Er denkt zurück an die leidenschaftliche Ehe mit seiner Jugendliebe Dolores (Salma Hayek) in Mexiko oder an sein Leben auf einer abgeschiedenen griechischen Insel, auf der er ein einfaches Leben als Autor führte.

Bildergalerie zum Film

Wege des Lebens - The Roads not takenWege des Lebens - The Roads not takenWege des Lebens - The Roads not takenWege des Lebens - The Roads not taken


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Die Filmemacherin und Künstlerin Sally Potter ist für ihre leidenschaftlichen Dramen bekannt, in denen nicht selten starke, um ihre Rechte und Freiheiten kämpfende Frauen im Zentrum stehen. Der Durchbruch gelang Potter, die in den 70er-Jahren in einer feministischen Musikgruppe aktiv war, 1992 mit dem Drama "Orlando". Ab den späten 00er-Jahren widmete sich die Britin auch anderen Genres und Stilrichtungen, etwa dem Arthouse-Kino ("Rage") oder der Satire ("The Party"). Mit "The roads not taken", der auf der diesjährigen Berlinale debütierte, kehrt sie zurück zum schwermütigen-melancholischen, dramatischen Film.

Leider jedoch kann Potter, die für "The roads not taken" ein illustres Star-Ensemble gewinnen konnte, hier nicht an die Qualität ihrer letzten Arbeiten anknüpfen. Denn das esoterisch angehauchte, verkopfte Werk hinterlässt weit mehr Fragen als es beantwortet. Wieso befindet sich Leo in diesem Zustand geistiger Umnachtung? Was ist mit ihm passiert und wann wurde er so krank? Wer sind die Touristinnen, mit denen er auf der Insel ins Gespräch kommt? Wie stehen die Erinnerungsfetzen, Gedankenreisen und früheren Ereignisse überhaupt miteinander in Verbindung? Ob sie tatsächlich passiert sind oder sich lediglich in der Phantasie des zerrütteten, verwirrten Mannes abspielen - Potter liefert keine Antworten, ja nicht einmal Andeutungen. Auf keine der Fragen.

Dramaturgisch gekonnt ist, wie Potter die Szenen der Gegenwartshandlung mit den (scheinbar) in der Vergangenheit angesiedelten Nebensträngen verbindet. Die clevere, technisch kluge Montage einzelner Szenen und Sequenz-Abfolgen lässt die verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen wunderbar miteinander verschmelzen. Leider ist dies der einzige nennenswerte Pluspunkt des Films.

Denn zu schwach, langweilig und inhaltsleer ist etwa die Gegenwartshandlung geraten, die fast ausschließlich aus eintönigen, drögen Arztbesuchen besteht oder den vor sich hin grunzenden, gedankenverloren an die Decke starrenden, bettlägerigen Leo zeigt. Es passiert zu wenig, um mitzureißen und zu fesseln. Darüber hinaus findet man nur schwer einen Zugang zu den Charakteren, den thematischen Inhalten (Trauerbewältigung, Selbstfindung, Tod, das Bereuen getroffener Entscheidungen, Identitätssuche, Liebe) sowie der Kernbotschaft des insgesamt zu sperrig, zu träge geratenen Films. Und auch auf die bedeutungsschwangere, überzogen emotionalisierende Musik hätte Potter verzichten sollen.

Fazit: Ebenso formelhafter wie unausgereifter Film über die zentralen Themen des Lebens, der jedoch zu viele Aspekte und Fragen unbeantwortet lässt. Vage, verworren und zu kryptisch.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: wertvollDie FBW-Jury hat dem Film das Prädikat wertvoll verliehen.

Sally Potters jüngster Film WEGE DES LEBENS ? THE ROADS NOT TAKEN erzählt auf eindringliche Weise von den Auswirkungen einer Demenz auf Umfeld, Beziehungen und Erinnerungen des [...mehr]

TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Wege des Lebens - The Roads not taken

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA, Großbritannien, Schweden
Jahr: 2020
Genre: Drama
Länge: 85 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 13.08.2020
Regie: Sally Potter
Darsteller: Javier Bardem als Leo, Elle Fanning als Molly, Branka Katic
Verleih: Universum Film

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

I Still Believe
News
Deutsche Filmstarts: K.J. Apa singt für ein Leben
Jan Schomburg reist für den "göttlichen Anderen" in den Vatikan




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.