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© Capelight Pictures

Kritik: Follow Me (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Horrorfilm ist immer auf der Suche nach dem nächsten Hort des Schreckens. Hat eine Idee Erfolg, lassen Trittbrettfahrer nicht lange auf sich warten. Vor ein paar Jahren waren paranormale Aktivitäten und Hexenbretter der letzte Schrei, seit Kurzem sind es das Internet und Social-Media-Plattformen sowie Escpae Rooms. In seinem neuen Streifen kombiniert Will Wernick die beiden Letztgenannten.

Mit Räumen, in denen Rätsel gelöst werden müssen, kennt sich Wernick aus. Der zweite abendfüllende Spielfilm des Regisseurs, Drehbuchautors und Produzenten spielte auch schon in einem und hieß schlicht "Escape Room" (2017), darf allerdings nicht mit den gleichnamigen Filmen von Peter Dukes oder Adam Robitel verwechselt werden. Wer einen davon gesehen hat, kann sich die anderen und auch "Follow Me" sparen. Denn Wernicks Drehbuch und dessen Umsetzung gewinnen dem Subgenre nichts Neues ab.

"Follow Me" ist mit den aus dem Fernsehen bekannten Keegan Allen und Holland Roden sowie Rapperin Siya solide besetzt. Ebenso fundiert ist die Inszenierung, die auf wackelige Handybilder und eine Social-Media-Anmutung größtenteils verzichtet. Die Kritik an den Möglichkeiten des Internets, in dessen Sphären Realität und Inszenierung zunehmend verschwimmen, greift dabei aber ebenso zu kurz wie der doppelte Plot-Twist.

Das geübte Horrorfilm-Publikum durchschaut die simpel konstruierte Handlung viel zu früh. Selbst das böse Ende, das schamlos bei David Finchers "The Game" (1997) abgekupfert ist, kann den Film nicht retten.

Fazit: "Follow Me" ist ein solide gemachter, aber leicht durchschaubarer Horrorfilm, der auf der Welle der Escape-Room-Rätsel surft. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Will Wernick kann dem Subgenre allerdings keine neuen Facetten abgewinnen.




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