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Die Addams Family 2
Die Addams Family 2
© Universal Pictures International

Kritik: Die Addams Family 2 (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die Familie Addams ist eine Erfindung des US-Cartoonisten Charles Addams (1912-1988). Im Jahre 1938 erblickte die skurrile Truppe in Form von Comic-Strips im Magazin "The New Yorker" das Licht der Medienwelt. Darauf folgten diverse Adaptionen, von denen die erste, zwischen 1964 und 1966 produzierte TV-Serie sowie die von Barry Sonnenfeld in Szene gesetzten Kino-Realverfilmungen aus den Jahren 1991 und 1993 die bekanntesten sein dürften. 2019 legten die Regisseure Greg Tiernan und Conrad Vernon eine animierte Version vor: "Die Addams Family" transportierte Gomez, Morticia, Wednesday, Pugsley und die restliche Sippe ins 21. Jahrhundert.

Der Animationsfilm vermochte weniger durch einen durchdachten Spannungsbogen oder durch eine originelle Bildsprache zu überzeugen, bot aber eine Ansammlung zahlreicher amüsanter Momente. Dies ist beim Sequel "Die Addams Family 2" – erneut umgesetzt vom Regie-Duo Tiernan und Vernon, ergänzt um die Co-Regie von Laura Brousseau und Kevin Pavlovic – ähnlich; allerdings fällt der Charme-Faktor diesmal etwas niedriger aus. Während sich der erste Teil noch mehr auf die Stärken der exzentrischen Familie konzentrierte – insbesondere auf die absurde Tatsache, dass die Mitglieder alles, was im herkömmlichen Sinne als schön gilt, furchtbar hässlich finden (und umgekehrt) –, schildert die Fortsetzung eine ziemlich konventionelle Roadmovie-Comedy mit überdrehten Slapstick-Einlagen. Die Stationen, die die Familie Addams auf ihrem Trip aufsucht, von den Niagarafällen bis zum Grand Canyon, sind ebenso vorhersehbar wie das Chaos, das sich daraus entwickelt.

Die Idee, die zumeist schlecht gelaunte Tochter Wednesday ins Zentrum der Geschichte zu rücken, ist grundsätzlich gut, da die Figur viel Potenzial in sich birgt. Dennoch hat der Film zu wenig zu erzählen, um diese Chance zu nutzen. So wirkt "Die Addams Family 2" eher wie ein nettes Fernseh-Special, nicht wie gelungene Leinwand-Unterhaltung.

Fazit: Eine dramaturgisch und visuell nur bedingt einfallsreiche Fortsetzung, die sich in der Hektik eines Roadtrips verliert.




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