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Madison - ungebremste Girlpower
Madison - ungebremste Girlpower
© farbfilm verleih

Kritik: Madison - ungebremste Girlpower (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach mehreren Kurzfilmen legt die gebürtige Tirolerin Kim Strobl mit "Madison" ihren ersten abendfüllenden Spielfilm vor. Das Debüt der österreichischen Regisseurin ist ein Kinderfilm, der sich sehen lassen kann. Es geht um starke Mädchen, um die Emanzipation von Vorbildern und um den beginnenden Abnabelungsprozess von den Eltern und darum, bereits in jungen Jahren schwere Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen. An Originalschauplätzen in Tirol, Thüringen und Bayern und größtenteils mitten in der Natur aufgenommen, sieht das Ganze auch fabelhaft aus.

Strobl geht es nicht nur darum, den Spaß am Sport herauszustellen und den bereits in jungen Jahren geförderten Wettkampfgeist des Sports kritisch zu hinterfragen. Es ist ihr auch ein Anliegen, "eine Welt in meinen Filmen zu zeigen, in der es selbstverständlich ist, dass Mädchen mit Buben mithalten können – egal ob auf Rennrädern oder Mountainbikes", sagt Strobl in einem Regiestatement. In Tirol als Tochter einer Gleichbehandlungsbeauftragten aufgewachsen, war es für die Regisseurin selbstverständlich, keine Grenzen entlang der Geschlechter zu ziehen. Als Mädchen stürzte sie sich auf dem Snowboard ebenso die Hänge hinunter wie die Jungs und wie es in ihrem Film nun Titelheldin Madison (Felice Ahrens) und ihre Ferienfreundin Vicky (Emilia Warenski) auf ihren Rädern tun.

Trotz einer starken Geschichte voll sympathischer Figuren ist dieser Film nicht ohne Schwächen. Das von Strobl gemeinsam mit Milan Dor verfasste Drehbuch forciert manche Wendung allzu formelhaft und dadurch unglaubwürdig. Die mundartliche Färbung der Dialoge wirkt mitunter zu aufgesetzt. Und auch das Spiel der Nachwuchsdarsteller – so gut sie insgesamt auch agieren – ist nicht durchweg überzeugend. Insgesamt ist all das aber zu verschmerzen angesichts eines Kinderfilms, der, wie es der Untertitel verspricht, tatsächlich "ungebremste Girlpower" vermittelt.

Fazit: Langfilmdebütantin Kim Strobl legt einen abwechslungsreichen und schön fotografierten Kinderfilm voll sympathischer Figuren und starker Mädchen vor. Zwar ist ihr Debüt nicht frei von Schwächen, vermittelt aber die "ungebremste Girlpower", die der Untertitel verspricht.




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