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Wolke unterm Dach (2021)

Familiendrama: Ein junger Witwer muss zusammen mit seiner kleinen Tochter einen Umgang mit der Trauer finden.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.6 / 5

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Der Krankenpfleger Paul (Frederick Lau), die Stewardess Julia (Hannah Herzsprung) und die gemeinsame Tochter Lilly (Romy Schroeder) führen ein harmonisches Leben. Doch dann stirbt Julia unerwartet. Paul wird vom plötzlichen Tod seiner Frau völlig aus der Bahn geworfen. Als er erfährt, dass Lilly glaubt, ihre Mutter lebe nun in einer Wolke auf dem Dachboden, weiß er nicht, wie er damit umgehen soll. Zudem plagen ihn finanzielle Sorgen. Unterstützung erhält Paul etwa von seiner Schwiegermutter Lore (Barbara Auer) und von seiner Chefin, der Oberärztin Nora (Nicolette Krebitz).

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Schon viele Filme haben sich den Themen Verlust und Trauer gewidmet – darunter Klassiker wie "Wenn die Gondeln Trauer tragen" (1973) oder "Drei Farben: Blau" (1993). Auch das Drama "Wolke unterm Dach" zeigt den Schock und die Überforderung nach dem Tod eines geliebten Menschen sowie den schwierigen Prozess der Schmerzbewältigung. In Szene gesetzt hat das Werk der schweizerisch-deutsche Regisseur Alain Gsponer ("Heidi", "Jugend ohne Gott"); das von Dirk Ahner verfasste Skript basiert (lose) auf dem gleichnamigen, autobiografisch gefärbten Kinderbuch von Chris Silber.

Zu den größten Herausforderungen einer solchen Geschichte gehört es, den geeigneten Ton zu finden. Rasch kann es zu melodramatisch oder zu kitschig werden. So ganz vermag "Wolke unterm Dach" die richtige Balance nicht zu gelingen. Die Musik ist um eine Spur zu sentimental und zu vordergründig eingesetzt, um den Gefühlen der Figuren Raum zu geben. Deren Zeichnung ist wiederum zu schematisch, um sich von ähnlichen Stoffen abzusetzen. So gibt es den jungen Witwer, der zu funktionieren versucht, statt seine Trauer zuzulassen, sowie die Großmutter, die Trost im Glauben sucht – und schließlich das Kind, das sich in eine märchenhaft anmutende Welt auf dem Dachboden begibt, wo es glaubt, mit der verstorbenen Mutter weiterhin in Kontakt zu sein. Das übrige Personal (namhaft besetzt, etwa mit Nicolette Krebitz und Kida Khodr Ramadan) trägt größtenteils nur Stichworte bei.

Eine Ansammlung von Konflikten (darunter auch Kreditschulden und Arbeitsstress auf der Krankenstation) sowie Fantastik und leise Komik ergeben hier nur selten ein stimmiges Ganzes. Das behagliche Haus am Stadtrand, in dem die Kleinfamilie lebt, erinnert zudem etwas zu sehr an das Feelgood-Kino von Til Schweiger. Aufgefangen werden die Schwächen aber zuweilen von dem engagiert spielenden Ensemble. Die (anfängliche) Chemie zwischen Frederick Lau und Hannah Herzsprung als Paar lässt uns die Liebe zwischen Paul und Julia spüren. Auch die Newcomerin Romy Schroeder als deren Tochter Lilly liefert eine gute Leistung.

Fazit: Ein Vater-Tochter-Drama um Verlust und Trauer, das durch seine stereotype Figurenzeichnung und plakative Inszenierung nicht immer überzeugen kann, aber sympathisches Schauspiel bietet.




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Land: Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Drama, Komödie
Länge: 112 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 28.04.2022
Regie: Alain Gsponer
Darsteller: Frederick Lau als Paul, Romy Schroeder als Lilly, Hannah Herzsprung als Julia
Verleih: Warner Bros.

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