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Space Jam: A New Legacy
Space Jam: A New Legacy
© Warner Bros.

Kritik: Space Jam: A New Legacy (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"A New Legacy" ist die Fortsetzung des Klassikers "Space Jam" (1996), in dem einst Michael Jordan auf Bugs Bunny, Daffy Duck, den Road Runner und die anderen populären Charaktere der Looney Tunes traf. Der Mix aus Real- und Trickfilm erwies sich als kommerzieller Hit und spülte weltweit über 250 Millionen US-Dollar in die Kassen. Das Sequel kommt nun mit einiger Verspätung, da bereits Ende der 90er-Jahre über einen zweiten Teil nachgedacht wurde – unter anderem waren damals Tony Hawks und Tiger Woods in der engeren Auswahl für die reale Hauptfigur.

Das produzierende Studio Warner Bros. schickt mit LeBron James einen der größten Basketballer seiner Zeit, der in der finalen Phase seiner Karriere steht, in der Fortsetzung aufs animierte Basketballfeld. Wie Michael Jordan in Teil eins ist James Mitte 30 und eine lebende Legende. Das sind dann aber auch schon die einzigen echten Parallelen und Ähnlichkeiten zu "Space Jam", denn die Macher tun doch einiges dafür, dass sich das Sequel deutlich vom Original unterscheidet. Und diese Entscheidung ist nicht immer glücklich.

Zum einen ist "A New Legacy" mit 120 Minuten Laufzeit eine halbe Stunde länger als Teil eins, und diese Länge fühlt sich dann auch tatsächlich genauso an: Langatmig und schwerfällig, da die simple, vorhersehbare Handlung für zwei Stunden zu wenig hergibt. Hinzu kommt, dass ein klarer Schwerpunkt auf den insgesamt zu albern geratenen Humor gelegt wird. Und zwar in Form komödiantischer Einlagen, körperbetonter Slapstick-Momente und pointierter Dialoge der chaotischen Looney-Tunes-Truppe. Dabei übertreiben es die Trickfiguren mit ihren absurden Scharmützeln und Scherzen bisweilen, allen voran, wenn sie sich auf dem Basketballfeld befinden. Das ermüdet irgendwann und ist oft zu übertrieben ulkig geraten.

Gelungen sind hingegen die vielen, auch subtil in die Handlung verwobenen Hinweise und Anspielungen auf Charaktere, Szenen und ganze Filme aus dem Warner-Universum sowie der Filmgeschichte: vom "Gigant aus dem All" und "King Kong" über "Is' was Doc", "Matrix" bis hin zu "Wonder Woman" (Themyscira). Stark sind zudem die Verweise auf die Allmacht künstlicher Intelligenz und neuronaler Netze sowie die sich immer weiter entwickelnde Digitalisierung, gewaltige Serverfarmen und immer schlauer werdende Algorithmen. Die Sport- und Basketballszenen sind unterhaltsam und gelungen, wohingegen es die pathetische Nebenhandlung vom (Generationen-)Konflikt zwischen Sohn und Vater, der um die Bindung zu seinem Nachwuchs kämpft, nicht gebraucht hätte.

Fazit: "A New Legacy" fehlt die Leichtigkeit und der Charme des Originals, außerdem erweist sich der zum Teil arg alberne, infantile Humor als recht anstrengend. Kurzweil und Spaß erzeugt der Film dank der vielen Easter Eggs, überzeugend animierten (2D- und 3D-) Figuren sowie der temporeichen Basketball-Szenen dennoch.




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