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Dear Future Children (2021)

Brandbrief an die Gegenwart: deutscher Dokumentarfilm über drei Aktivistinnen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Drei Länder, drei Aktivistinnen, drei Ziele: Die 24-jährige Rayen geht in Chiles Hauptstadt Santiago für soziale Gerechtigkeit auf die Straße, die 25-jährige Pepper demonstriert in Hongkong für den Erhalt von Meinungs- und Pressefreiheit und die 22-jährige Hilda hat in Uganda einen nationalen Ableger der Umweltbewegung Fridays for Future gegründet.

Alle drei jungen Frauen kämpfen unermüdlich gegen Widerstände an und riskieren dabei mitunter ihre Gesundheit und ihre Freiheit. Dokumentarfilmer Franz Böhm hat sie dabei begleitet und taucht mitten hinein in die Proteste in Santiago de Chile und Hongkong, die in den Medien um die Welt gingen.

Bildergalerie zum Film

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Vieles an "Dear Future Children" ist beeindruckend: die Entschlossenheit, mit der die drei jungen Aktivistinnen für ihre Sache auf die Straße gehen, die Weitsicht, mit der sie ihre eigenen Taten reflektieren und die Unmittelbarkeit und Wucht, mit der die Bilder der Demonstrationen in den Kinosaal dringen. Am beeindruckendsten daran ist aber vielleicht, dass dieser Film nicht von einem gestandenen Dokumentarfilmer zuwege gebracht wurde, sondern von einem Debütanten, der jünger ist als seine Protagonistinnen.

Franz Böhm ist Jahrgang 1999, und sein erster langer Dokumentarfilm beweist, dass seine Generation, der allzu gerne Untätigkeit vorgeworfen wird, für Politik brennen kann. Böhm und sein Team haben bei den Dreharbeiten einiges riskiert. In einem Interview zum Film berichtet der Regisseur davon, dass sie in Chile von der Polizei beschossen wurden und wegen ihrer Dreharbeiten in Hongkong Hassmails und Drohbriefe erhalten hätten. Wie die drei porträtierten Aktivistinnen ließ sich aber auch Böhms Crew nicht einschüchtern, was zu überwältigenden Bildern geführt hat. Während der Demonstrationen ist die Kamera so dicht im Getümmel, dass es einem im Kinosaal schwerfällt, Ruhe zu bewahren.

Die große Stärke dieses Films ist, dass er seine kraftvollen Bilder und die nicht minder kraftvollen Aktivistinnen für sich selbst sprechen lässt. Der Film ist als eine Art Brief an die nachfolgenden Generationen adressiert; sein Titel verrät es. Der Film ist aber auch ein Brandbrief an alle gegenwärtigen Generationen. Denn ohne ihr Handeln wird es keine Zukunft für künftige Generationen mehr geben.

Fazit: "Dear Future Children" ist ein starkes Dokumentarfilmdebüt eines jungen Filmemachers. Der Film, der drei beeindruckende und entschlossene junge Aktivistinnen porträtiert, ist als eine Art Brief über die Gegenwart unseres Planeten an zukünftige Generationen adressiert. Ein bildgewaltiger und bewegender Erstling über drängende Probleme unserer Zeit.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvoll?Fear is the biggest weapon against us?, sagt Pepper, die Protagonistin aus Hongkong, in Vorbereitung auf ihren nächsten Einsatz auf der Straßendemonstration für den Erhalt der Demokratie. Sie sagt damit einen Satz, der sowohl zentral für die [...mehr]

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Land: Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Dokumentation
Kinostart: 14.10.2021
Regie: Franz Böhm
Verleih: Camino

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