oder
My Hero Academia   The Movie: Heroes Rising
My Hero Academia The Movie: Heroes Rising
© Kazé

Kritik: My Hero Academia – The Movie: Heroes Rising (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die "My Hero Academia"-Reihe zählt in Japan zu den erfolgreichsten japanischen Comics, die sich vor allem an ein jugendliches männliches Publikum richtet (sog. Shōnen). Seit dem Jahr 2014 erscheinen die Bände und Geschichten um die jungen Superhelden in dem populären Manga-Magazin Shūkan Shōnen Jump. Seit Sommer 2016 gibt es deutsche Übersetzungen, die im Carlsen Verlag erscheinen. Mittlerweile existieren zwei Kinofilme, eine Manga-Serie und auch ein Realfilm ist für die nahe Zukunft geplant.

Zum ersten Mal müssen die sympathischen Helden der Klasse 1A alleine klarkommen und zu allem Überfluss auch noch die Bewohner der Insel schützen – in dem sie sich dem schier übermächtigen Nine und seinen Schergen entgegenstellen. Zuschauer, die keine Vorkenntnisse über Deku, Bakugo, Midoriya und Co. haben, werden trotzdem relativ einfach in die Geschichte finden und dem simplen Handlungsverlauf problemlos folgen können. Denn wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, das ist in diesem Anime relativ deutlich. Ambivalente, komplex gezeichnete Charaktere waren nie die Stärke des "My Hero Academia"-Franchise.

Dafür umso mehr die Actionszenen und all die Fähigkeiten sowie Superkräfte ("Macken" genannt), die hier so vielfältig und auf mannigfaltige Weise erscheinen, dass sich keine Langeweile einstellt. Außerdem fallen die – im Vergleich zur Serie – hochwertigere, visuell überzeugendere Animation und technische Umsetzung auf, vor allem bei den Details, Schauplätzen (der Insel, der Natur, dem Meer) und den Kämpfen selbst, in denen Licht- und Blitzeffekte mit dazu beitragen, das man bisweilen auf dem Staunen nicht mehr herauskommt.

Etwas schade ist, dass, abgesehen von Deku und Bakugo, die anderen Charaktere und Superhelden etwas kurz kommen und bisweilen nur eine geringe oder gar keine Rolle für das weitere Geschehen spielen. Dafür lotet der Film die (komplizierte) Beziehung zwischen den zwei Hauptpersonen umso genauer und akkurater aus. Wer mit den Figuren und der Serie vertraut ist, hat hier dann doch noch einen Vorteil: Denn Fans der Reihe werden die Probleme und Hintergründe zwischen den Beiden bereits gut kennen und können die Ereignisse damit besser einordnen. Überzeugend ist außerdem der mysteriöse, starke Antagonist: Der optisch an einen Ninja erinnernde, blauhaarige und mit enormen Fähigkeiten ausgestattete Nine, der sich als würdiger Gegner erweist – nicht nur aber vor allem im spektakulären, toll gefilmten Endkampf.

Fazit: Virtuos und mit viel Liebe zum Detail inszenierter Anime mit sympathischen Protagonisten, optischen Schauwerten und temporeichen Kampfszenen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.