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Kritik: The Sunlit Night (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach Werken wie "Kriegerin" (2011), "Feuchtgebiete" (2013) und "Er ist wieder da" (2015), die sich mit durchaus kontroversen Sujets befassten, legt der deutsche Regisseur David Wnendt mit "The Sunlit Night" seine erste Arbeit mit internationalem Cast vor. Der Film ist eine Adaption von Rebecca Dinersteins gleichnamigem Roman; das Skript stammt von der Autorin selbst. Sowohl dramaturgisch als auch inszenatorisch lässt die Tragikomödie an US-Indie-Movies wie "Garden State" (2004) von Zach Braff denken. Die Figuren sind betont verschroben, die Situationen, in die sie geraten, sind herrlich absurd. Hin und wieder wirkt das ein bisschen zu künstlich – doch Wnendt wartet auch hier mit vielen gelungenen Momenten und kreativen Ideen auf.

Die Lofoten-Inseln hoch im Norden sind ein äußerst einnehmender Schauplatz, der zahlreiche tolle Bilder bietet. Obendrein widmet sich der Film mit Hingabe der Skurrilität von Orten – etwa einem gigantischen Supermarkt (einschließlich des Personals, das stumm hinter den Regalen arbeitet) oder einem mit Leidenschaft betriebenen Wikinger-Museum. Erzählerisch mixt "The Sunlit Night" eine Selbstfindungsgeschichte mit einer Love Story.

Die große Stärke des Werks ist das spielfreudige Ensemble. Jenny Slate ("Begabt – Die Gleichung eines Lebens") beweist erneut ihr Comedy-Talent und wird gekonnt unterstützt von Alex Sharp ("The Trial of the Chicago 7"), Gillian Anderson, Zach Galifianakis und vielen weiteren Charakterköpfen.

Fazit: Ein sympathischer Trip nach Norwegen mit schönen Einfällen und einer guten Besetzung, angeführt von der wunderbaren Jenny Slate.




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